STEINBACH AM ATTERSEE KENNENLERNEN
Zwischen Attersee und Höllengebirge
Steinbach am Attersee verbindet ein langes, bewaldetes Gemeindegebiet mit einem schmalen Uferstreifen am Ostufer des Sees. Die Gemeinde im Bezirk Vöcklabruck zählt 926 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 61,80 km². Von den Ortschaften am See führen Wege und Straßen hinauf in das Höllengebirge; Gustav Mahlers Sommeraufenthalte geben dem Ort zugleich eine musikalische Spur.
Ein Uferort mit steilem Hinterland
Das Ortsbild erklärt sich aus dem Gegensatz zwischen See und Gebirge. Am Attersee liegt der besiedelte Uferbereich, dahinter steigt das Gelände nach Osten in das Höllengebirge an. Bäche wie Kienbach, Steinbach, Dürrenbach und Äußerer Weißenbach entwässern zum See. Im Osten steigt das Gemeindegebiet bis zum Grünalmkogel an. Die weitläufige Fläche ist nicht mit einer ebenso dichten Besiedlung gleichzusetzen: Rund drei Fünftel des Gemeindegebiets sind Wald, während Gewässer ebenfalls einen nennenswerten Anteil einnehmen. So prägen Wasserzugang und Bergwald den Alltag zugleich: Am Ufer konzentrieren sich Bade- und Freizeitziele, im Hinterland liegen die Wege in steileres Gelände. Steinbach gehört seit 2008 zur Initiative der Bergsteigerdörfer, die sanften Bergtourismus mit dem Charakter kleiner alpiner Orte verbindet.
Ein Komponierhäuschen als Ortsgedächtnis
Gustav Mahler verbrachte mehrere Sommer in Steinbach und arbeitete hier an seiner Zweiten und Dritten Symphonie. Dafür ließ er 1894 nahe dem See ein kleines Komponierhäuschen errichten. Das Häuschen ist als kleines Museum eingerichtet und kann besichtigt werden. Mahlers Aufenthalt fällt in eine Zeit, in der das abgelegene Ostufer zunehmend erreichbar wurde; eine durchgehende Straße entlang des Sees veränderte die frühere Abgeschiedenheit. Heute greift das Gustav-Mahler-Festival diese Verbindung von Landschaft und Musik auf.
Viele Dienste, dazu Tourismus und Handwerk
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Steinbach am Attersee 110 Arbeitsstätten aus; 72,7 Prozent davon lagen im Dienstleistungssektor. In den örtlichen Arbeitsstätten wurden 380 Beschäftigungsverhältnisse gezählt, davon 73,4 Prozent im Dienstleistungsbereich. Ein konkretes Beispiel ist die Bierschmiede, die in Steinbach Bier braut. Auch die Atterseeschifffahrt bedient die Anlegestelle im Ortszentrum und verknüpft den Uferort mit anderen Gemeinden am See. 63,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Steinbach pendelten 2024 aus. Das zeigt, dass der lokale Tourismus- und Dienstleistungsbereich Teil eines größeren regionalen Arbeitsmarkts ist.
Dunkler Himmel und öffentlich erreichbare Ziele
Die Region Naturpark Attersee-Traunsee, zu der Steinbach gehört, ist als Sternenpark ausgewiesen. Ziel ist, die natürliche Dunkelheit des Nachthimmels zu erhalten; damit wird auch eine Eigenschaft der abgelegeneren Berglandschaft zum bewussten Ausflugsthema. Am Tag lässt sich die Ortsgeschichte im Heimathaus erschließen, dem früheren Huthaus der Salinenforste. Ein zweiter Zugang ist die Hausmühle in Kaisigen: Der Heimatverein öffnet sie in der Sommersaison für Führungen und Mahlvorführungen. Das oberschlächtige Mühlrad treibt eine hölzerne Bauernmühle aus dem 18. Jahrhundert an. Bei den Vorführungen lässt sich nachvollziehen, wie Getreide früher vor Ort gemahlen wurde. So werden neben dem See auch Forstwirtschaft und bäuerliche Arbeit sichtbar.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Steinbach am Attersee – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Steinbach am Attersee - der sonnigste Ort im Salzkammergut - Zentrum
- Kultureinrichtungen – Gemeinde Steinbach
- Gustav Mahler Festival – Gemeinde Steinbach
- Bierschmiede – Gemeinde Steinbach
- Sternenpark Attersee-Traunsee – Gemeinde Steinbach
- Sehenswertes – Gemeinde Steinbach
- Gustav Mahler Festival Steinbach – Gemeinde Steinbach
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, ODS Gemeindeergebnisse
- Vorführung der Hausmühle in Kaisigen – Gemeinde Steinbach
Stand der Angaben: 13.10.2026
