ST. KATHREIN AM HAUENSTEIN KENNENLERNEN
St. Kathrein am Hauenstein: Roseggers Waldheimat
St. Kathrein am Hauenstein liegt in den Fischbacher Alpen im Bezirk Weiz. Die Gemeinde umfasst 19,25 Quadratkilometer und zählt 602 Einwohnerinnen und Einwohner (1. Jänner 2026). Das Tal des Hirschbaches, die B72 und die Nähe zu Peter Roseggers Waldheimat verbinden den kleinen Ort mit dem Feistritz- und dem Mürztal.
Im Hirschbachtal zwischen zwei Regionen
Die B72 führt durch das Gemeindegebiet und verbindet das Feistritztal über das Alpl mit dem Mürztal. Mürzzuschlag liegt laut Regionalentwicklung rund zwanzig Autominuten entfernt. Das Dorf liegt im Tal, die Siedlungen und Höfe ziehen sich an den bewaldeten Hängen hinauf. Auf ehemaligen Halden entstand im Zusammenhang mit dem Kohlebergbau eine zweite größere Siedlung: die Bergbausiedlung. Dort ist die frühere Arbeit im Stollen bis heute im Siedlungsbild ablesbar. Heute gehören Wanderwege und ein kleines Skigebiet zu den Angeboten im Umland. Sie führen vom Tal in die bewaldeten Höhen und machen die Lage zwischen beiden Tälern auch für Gäste erfahrbar.
Arbeit in kleinem Maßstab
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für St. Kathrein am Hauenstein 70 Arbeitsstätten und 130 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. Die Hälfte der Arbeitsstätten gehörte zum primären Sektor; 54,6 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse entfielen auf den Dienstleistungsbereich. 73 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort in der Gemeinde pendelten aus. Die Regionalentwicklung nennt Gastronomie und holzverarbeitende Betriebe sowie einen Nahversorger im Dorfzentrum. Die Tischlerei Weber fertigt vor Ort Möbel nach Maß, darunter Küchen- und Badmöbel; so wird Holz in einer örtlichen Werkstatt zu kundenspezifischen Einrichtungsstücken verarbeitet. Gastronomie und Skigebiet bedienen auch Ausflugsgäste; die B72 erschließt den Bewohnern zugleich Arbeitsorte im Mürztal und im Feistritztal.
Roseggers Beziehung zum Dorf
Peter Rosegger wuchs in der Region auf und hielt in St. Kathrein Beziehungen zu seinem Lehrer Michael Patterer, dem Schneidermeister Naz und den Menschen im Dorf. Die Ausstellung im Kulturhaus beleuchtet diese persönlichen Verbindungen ebenso wie das damalige Pfarr- und Dorfleben. Die Kirche im Ort bezeichnete Rosegger als seine Lieblingskirche; sie ergänzt die Ausstellung um einen sichtbaren Ort seiner Geschichte. Die Dauerausstellung wird in der Saison 2026 von Mai bis Oktober, Mittwoch bis Samstag am späten Nachmittag geöffnet; Gruppenführungen sind nach Anmeldung möglich. Ein Brand beschädigte 1904 mehrere Häuser und die Kirche; Rosegger unterstützte den Wiederaufbau mit einem Spendenaufruf.
Burg, Kirche und Kohle
Der Name Hauenstein verweist der Überlieferung nach auf einen befestigten Sitz, der vor 1200 angelegt worden sein soll. Am Fuß des Burgbergs entwickelte sich das heutige Dorf. Die Kirche gehörte zunächst als Filiale zur Pfarre Ratten, wurde 1712 erweitert und 1892 zur Pfarre erhoben. Der Kohlebergbau Ratten–St. Kathrein begann im 18. Jahrhundert und wurde 1960 eingestellt. Ab 1923 transportierte eine 16 Kilometer lange Seilbahn die Braunkohle nach Hönigsberg im Mürztal. Kirche, Burgberg und Bergbausiedlung stehen für verschiedene Phasen der Ortsentwicklung und prägen die räumliche Gestalt der Gemeinde bis heute.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Kathrein am Hauenstein – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Regionalentwicklung Oststeiermark: St. Kathrein am Hauenstein
- Gemeinde St. Kathrein: Peter-Rosegger-Ausstellung
- Statistik Austria: Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Gemeinde St. Kathrein: Kraftspendebad und Minigolf
- Tischlerei Horst Weber: Leistungen und Standort
Stand der Angaben: 14.10.2026
