SÖDING-SANKT JOHANN KENNENLERNEN
Söding-Sankt Johann im Kainachtal
Söding-Sankt Johann liegt am Zusammenfluss von Södingbach und Kainach im südlichen Bezirk Voitsberg. Die Gemeinde zählt 4.437 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 19,37 Quadratkilometer. Über die flache Tallage verlaufen sowohl die Köflacher Bahn als auch die Packer Straße; zugleich bleibt das Ortsbild von mehreren Dörfern und landwirtschaftlichen Flächen geprägt.
Talraum und Verkehr
Das Gemeindegebiet liegt zwischen etwa 350 und 400 Metern Seehöhe. Mehr als die Hälfte der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, rund ein Viertel ist bewaldet. Söding-Sankt Johann besteht aus zehn Ortschaften und neun Katastralgemeinden; die heutige Gemeinde entstand 2015 aus Söding und Sankt Johann-Köppling. Der Bahnhof Söding-Mooskirchen an der Köflacher Bahn bietet eine Verbindung nach Graz. Auch die Packer Straße B 70 führt durch das Gemeindegebiet und hat Anschluss an die Süd Autobahn. Das erleichtert Wege zu Arbeits- und Ausbildungsorten außerhalb der Gemeinde. Zugleich ist der Ort kein einziger geschlossener Siedlungskern: Die Dörfer liegen verteilt im Tal und an den angrenzenden Hängen. Landwirtschaftliche Flächen bleiben zwischen ihnen ein sichtbarer Teil der Landschaft.
Wirtschaft und Hofprodukte
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Söding-Sankt Johann 426 Arbeitsstätten. 69,7 Prozent gehörten zum Dienstleistungssektor und 15,7 Prozent zum produzierenden Sektor; insgesamt wurden 1.513 Beschäftigungsverhältnisse in örtlichen Arbeitsstätten gezählt. Die Landwirtschaft ist dennoch im Alltag sichtbar. Die Gemeinde nennt mehrere Direktvermarkter: An der Stallhofnerstraße werden etwa Milch und Joghurt angeboten, an der Dorfstraße Naturöle. Diese Höfe verarbeiten oder verkaufen eigene Erzeugnisse unmittelbar vor Ort und ergänzen Handel und Dienstleistungen. Der Auspendleranteil der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort betrug 2024 81,9 Prozent. Die Quote beschreibt die Erwerbstätigkeit der Einwohner, während die Arbeitsstättenzählung Betriebe und Beschäftigungsverhältnisse am Ort erfasst.
Ein Schloss im Dorfgefüge
In Großsöding steht Schloss Groß-Söding, dessen heutiges Erscheinungsbild wesentlich auf einen Umbau zu Beginn des 18. Jahrhunderts zurückgeht. Die Schlosskapelle wurde 1687 angebaut. Im Saal wurden bei Renovierungen Wandbilder mit Musikern in Renaissancekleidung freigelegt; seit 1978 sind Schlosskonzerte für diesen Saal belegt. Das Gebäude zeigt die frühere Gutsherrschaft im Tal, ist aber kein allgemein zugängliches Museum. Für Spaziergänger ist deshalb vor allem die Außenansicht ein Orientierungspunkt. Die übrigen Ortschaften der Gemeinde haben eigene Bezugspunkte, darunter Kirchen, Schulen und Höfe. Gemeinsam zeigen sie, dass Söding-Sankt Johann nicht um ein einzelnes historisches Zentrum gewachsen ist.
Kirchen und Zusammenwachsen
Die Pfarrkirche Sankt Johann ob Hohenburg liegt in einem der namensgebenden Ortsteile; die Gemeinde veröffentlicht dazu Gottesdienstzeiten. In Kleinsöding steht die Filialkirche zum heiligen Sebastian, deren heutiges Kirchenschiff im 16. Jahrhundert entstand. Beide Kirchen verweisen auf die ältere Gliederung des Tals. Die heutigen Gemeindegrenzen entstanden in mehreren Schritten: Pichling, Klein-Söding und Groß-Söding wurden im 20. Jahrhundert zu Söding zusammengeführt, 2015 kam Sankt Johann-Köppling hinzu. Wer Söding-Sankt Johann besucht, findet deshalb mehrere Dorfkerne und keine einzige historische Hauptstraße. Im Alltag dienen Bahn, Straße, Schulen und die örtlichen Hofangebote als Verbindungen zwischen diesen Siedlungen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Söding-Sankt Johann – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab_(Gebietsstand_2024)
- https://www.soeding-st-johann.gv.at/Direktvermarkter.323.0.html
- Gemeinde Söding-Sankt Johann – Pfarre
- Gemeinde Söding-Sankt Johann – Bauernmarkt
Stand der Angaben: 14.10.2026
