PUCHKIRCHEN AM TRATTBERG KENNENLERNEN
Puchkirchen am Trattberg: Energiegeschichte unter dem Dorf
Puchkirchen am Trattberg liegt auf dem Trattberg zwischen Hausruck und Salzkammergut. Die Gemeinde im Bezirk Vöcklabruck zählt 1.057 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 7,73 Quadratkilometer. Der Name erinnert an den Höhenzug; unter dem Ort begann zugleich eine für Oberösterreich wichtige Erdölsuche.
Ein Ort am Übergang zwischen Hausruck und Salzkammergut
Puchkirchen am Trattberg liegt auf rund 557 Metern zwischen Hausruck und Salzkammergut. Das Gebiet zieht sich über fünf Kilometer von Nord nach Süd und 2,8 Kilometer von West nach Ost; rund 64 Prozent sind landwirtschaftlich genutzt und etwa ein Viertel bewaldet. 18 Ortschaften, darunter Pichl, Mühlberg und Trattberg, gehören zu einer einzigen Katastralgemeinde. Der Höhenrücken und die verstreuten Siedlungen bestimmen das Ortsbild. Auch die lokale Geschichte der Arbeit ist in der Landschaft präsent: Das Dorfmuseum bewahrt Gegenstände aus Landwirtschaft, Handwerk und Bergbau. Die Gemeinde führt einen Kindergarten und eine Volksschule; das ergänzt die vielen kleineren Wohnorte um gemeinsame Bildungseinrichtungen. Die Ortsfeuerwehren Puchkirchen und Pichl sind ein weiterer Teil dieser dezentralen Infrastruktur.
Erdöl, Arbeitsstätten und Pendeln
Die RAG betreibt in Puchkirchen ein unterirdisches Erdgaslager in früheren Öllagerstätten: Angeliefertes Gas wird dort unter Druck in den Untergrund gepresst und dient als Reserve. Die historische Bohrung „Puchkirchen 1“ wurde 1956 knapp auf Neukirchener Gemeindegebiet fündig. Die AEST 2024 zählt in Puchkirchen 102 Arbeitsstätten und 185 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort; 60,8 Prozent der Arbeitsstätten liegen im Dienstleistungssektor. Zugleich pendeln 84,2 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Neben der Energieanlage führt die Gemeinde Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe im Firmenverzeichnis. Der Speicher ist so eine konkrete örtliche Tätigkeit innerhalb eines kleinen Arbeitsmarkts, dessen Beschäftigte oft in der Region arbeiten.
Vom Kirchdorf zur Industrieregion
Die Pfarrkirche wird 1422 erstmals sicher urkundlich erwähnt; 1855 wurde Puchkirchen selbstständige Ortsgemeinde. Der Bohrmeißel im Wappen erinnert an den regionalen Erdölfund; Buchenblätter und Kirchenkreuz verweisen auf Wald und Pfarrort. Das Dorfmuseum bewahrt Gegenstände aus Alltag und Arbeit und verbindet so die Dorfgeschichte mit der Energiegeschichte der Umgebung.
Kirche, Museum und örtliche Vereine
Das Dorfmuseum entstand aus einer Sammlung des ehemaligen Bergmanns Josef Schick, der landwirtschaftliche Geräte, Haushaltsgegenstände und Handwerkszeug zusammentrug. 2001 vermachte er die Sammlung der Öffentlichkeit; das Museum wurde 2005 eingerichtet. Zu seinen Themen gehören Handwerk, Volksfrömmigkeit, „Puchkirchen 1“, Bergbau und Kohletransport. Zu sehen sind etwa eine alte Kaffeeröstmaschine, Trachten und Werkzeuge aus Landwirtschaft und Handwerk. Damit dokumentiert das Museum häusliche Arbeit und die Industriegeschichte der Umgebung. Besuche sind laut Museumsverbund nach Vereinbarung möglich; die Adresse lautet Puchkirchen 10. Die Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere ist ein weiterer historischer Bezugspunkt. Musik-, Sport-, Feuerwehr- und Brauchtumsvereine ergänzen das örtliche Gemeinschaftsleben. Der Museum-, Heimat- und Brauchtumsverein richtete das Gebäude mit Unterstützung der Gemeinde und Bevölkerung her. Der Bergarbeiterverein hält darüber hinaus die Erinnerung an die frühere Arbeit unter Tage im örtlichen Vereinsleben wach.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 13.10.2026
