PRAM KENNENLERNEN
Pram: Möbelbau, Furthmühle und Grenzweg
Die Marktgemeinde Pram liegt im Bezirk Grieskirchen im Hausruckviertel. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 1.748 Einwohnerinnen und Einwohner; das Gemeindegebiet umfasst 20,31 Quadratkilometer.
Fluss und Siedlungsraum
Pram gliedert sich in 41 Ortschaften und die drei Katastralgemeinden Feldegg, Gries und Pram. Der Fluss Pram durchzieht das Gemeindegebiet. Landwirtschaftlich genutzt werden 81,8 Prozent der Fläche, bewaldet sind 9,4 Prozent.
Holzarbeit in Werk und Möbelbau
Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnete in Pram 590 Beschäftigte in Arbeitsstätten; 60,2 Prozent entfielen auf den sekundären Sektor. 76,5 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. TEAM 7 errichtete 2009 ein zweites Möbelwerk in Pram für das Tisch- und Bettenprogramm und ergänzte es 2019 um ein Logistikzentrum. Die Hofinger Holzwurm GmbH in Unterprenning verarbeitet Altholz seit 2006 zu Platten und Böden; laut Unternehmen werden sämtliche Produkte in Pram gefertigt. Seit 2023 schneidet der Betrieb zudem ausgewählte Eichen- und Nussholzstämme zu Pfosten für Baumtischplatten. Die Tischlerei Pöttinger in der Taiskirchnerstraße plant und fertigt maßgeschneiderte Möbel und Küchen.
Schulen und tägliche Unterstützung
Im Hauptort sind mehrere Bildungseinrichtungen gebündelt. Das kommunale Verzeichnis führt die Volksschule in der Schulstraße, die Mittelschule und Schulausspeisung an der Marktstraße 2 sowie die Landesmusikschule an der Marktstraße 26. Für ältere Menschen gibt es Essen auf Rädern: Das Alten- und Pflegeheim Kallham bereitet die Mahlzeiten zu, ein Zustellteam bringt sie nach Pram und Wendling. Die Gemeinde ermöglicht Bestellungen auch für Sonn- und Feiertage.
Mühle, Säge und Strom
Die Furthmühle verbindet diese Gegenwart mit der älteren Arbeitswelt am Fluss. Im Schaunberger Urbar von 1371 erscheint sie als Mühle und Säge an einer Furt der Pram. Nach Betreiberangaben lieferten rund 140 Mahlbauern aus zwölf Gemeinden Getreide an; als Maut behielt der Müller zehn Prozent des Mahlguts. Ein vier Meter großes Wasserrad trieb Mühle und Säge an. Das Venezianergatter, eine wasserbetriebene Einblattsäge aus der Zeit um 1800, zeigt eine frühe Form der Holzverarbeitung. Dampf-, Diesel- und Elektromotoren ergänzten später die Wasserkraft. Ab 1918 versorgte ein kleines Kraftwerk Teile der Hofmark mit Strom; 1922 übernahm die Lichtgesellschaft Pram die Kundschaft. Die Gemeinde kaufte Mühle und Säge 1991, der Kulturverein begann 1992 mit der Sanierung und nahm 1995 den Schaubetrieb auf.
Besuch in der Furthmühle
Das Gewerbemuseum macht Maschinen und Arbeitsgänge der früheren Mühlenarbeit nachvollziehbar. Besucher können den Weg vom Getreide bis zum Brot aus dem Holzbackofen verfolgen; ein Audioguide führt durch Mühle und Sägewerk. Die Furthmühle ist von Mai bis Oktober an Sonn- und Feiertagen zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet, außerhalb der Saison nach Vereinbarung. Der Betreiber nennt außerdem einen monatlichen Bauernmarkt und Kunstausstellungen als wiederkehrende Angebote.
Auf dem Granatzweg
Die Granatzweg-Südroute beginnt an der Pfarrkirche Pram und führt über den Schulterberg zum Wirt z’Gries, weiter zum Grenzstein bei Rühring, am Baumhaus und an der Kunstmeile vorbei bis zur Aussichtsplattform in Gerhartsbrunn. Sie verläuft auf Teilen der alten österreichisch-bayerischen Grenzlinie, die bis 1779 bestand. Schautafeln vermitteln geologische Besonderheiten und Regionalgeschichte; Spielstationen begleiten den Weg.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Pram (Oberösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Furthmühle Pram – Museum, Mühle und Säge
- Furthmühle Pram – Geschichte
- Furthmühle Pram – Besichtigung
- TEAM 7 – Geschichte
- Marktgemeinde Pram – Essen auf Rädern
- Hofinger Holzwurm GmbH – Altholzprodukte
- Tischlerei Pöttinger – Möbel nach Maß
- Marktgemeinde Pram – Schulen
- OÖ Tourismus – Wander- und Raderlebnis am Granatzweg
- Statistik Austria – Arbeitsstätten, Methodik
Stand der Angaben: 13.10.2026
