MITTERKIRCHEN IM MACHLAND KENNENLERNEN
Machlandgeschichte am Donaualtarm
Mitterkirchen liegt in der weiten Machlandebene, wo alte Donauarme, fruchtbare Felder und Siedlungen dicht beieinanderliegen. Die Marktgemeinde im Bezirk Perg zählt 1.791 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 28,94 Quadratkilometer. Das Keltendorf macht die archäologische Vergangenheit sichtbar; der Badesee und die Wege am Wasser gehören zum heutigen Freizeitangebot.
Eine Ebene von Wasser geprägt
Die Gemeinde liegt nördlich der Donau in einer Niederung. Neben dem Strom prägen der Donaualtarm bei Wallsee und der Hüttinger Arm die Gewässerlandschaft; Naarn und Aist-Mühlbach münden in diesen Altarm. Das Wasser ist zugleich Lebensgrundlage und Risiko. Nach dem Hochwasser 2002 wurde Hütting mit mehr als 60 Haushalten ausgesiedelt, um zusätzlichen Rückhalteraum zu schaffen. Der Machlanddamm wurde ab 2009 errichtet; die Gemeinde beschreibt den Ort seit 2012 als hochwassergeschützt. Neu-Hütting steht für die tiefgreifende Veränderung des Siedlungsbildes, die mit dem Schutz der Ebene verbunden war. Radwege folgen dem Donauraum und führen durch Au- und Uferlandschaft. Das Wasser bleibt Teil der Siedlungsplanung.
Ein Gräberfeld wird zum Freilichtmuseum
Die Fundstelle von Mitterkirchen reicht weit vor die erste urkundliche Erwähnung des Ortes zurück. Zwischen 1981 und 1990 legten archäologische Ausgrabungen ein hallstattzeitliches Gräberfeld frei. Die Gemeinde nennt 80 Gräber und mehr als 1.000 Grabbeigaben, darunter Schmuck, Waffen und Pferdegeschirr. Ein bronzener Hohlring löste die Grabungen aus. Seit 1991 zeigt das Freilichtmuseum Keltendorf, wie eine Siedlung der frühen Eisenzeit ausgesehen haben könnte. Rekonstruierte Häuser, Werkstätten und ein nachgebautes Wagengrab machen die archäologischen Befunde anschaulich. Die Ausstellung stellt Alltag und Bestattungsrituale in den Mittelpunkt und führt an denselben Fundhorizont heran, der Mitterkirchen in der Forschung bekannt gemacht hat. So wird Archäologie als Ortsgeschichte vermittelt.
Freizeit am See und Wege durchs Machland
Der Badesee liegt in der Ortschaft Weisching. Seine Wasserfläche beträgt rund 30.000 Quadratmeter; Liegewiese, Tennisplätze, Beachvolleyball, Kinderspielplatz und Badeinsel ergänzen das Areal. Im Winter wird der See, wenn die Eisbedingungen es erlauben, zum Eislaufen und Eisstockschießen genutzt. Daneben verläuft ein Netz aus Radwegen, darunter der Donauradweg und der Machlandweg. Das Angebot bindet Erholung an die Landschaft: Der Donaualtarmweg und weitere Routen erschließen Auen und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die spätgotische Pfarrkirche im Ort und der Badesee zeigen zwei verschiedene Mittelpunkte des Gemeindelebens – den historischen Kirchplatz und die gemeinsame Freizeitfläche.
Landwirtschaft, Dienste und Besuchsangebote
Die Arbeitsstättenzählung 2021 zählte in Mitterkirchen 70 Beschäftigte im primären und 75 im sekundären Sektor. Eine Landwirtschaftserhebung von 1999 erfasste 119 Betriebe; diese ältere Zahl beschreibt die damalige Struktur, nicht die Gegenwart. Eine konkrete lokale Tätigkeit außerhalb der Höfe ist der kommunale Museumsbetrieb: Das Keltendorf vermittelt Archäologie durch Führungen und museumspädagogische Angebote. Badesee und Radwege ergänzen die Besucherwirtschaft. Zugleich ist Mitterkirchen stark mit Arbeitsplätzen außerhalb der Gemeinde verbunden; ältere Pendlerdaten dokumentieren diese Verflechtung, sind aber kein aktuelles Beschäftigungsbild. So stehen landwirtschaftliche Arbeit, öffentlicher Museumsbetrieb und Freizeitangebote nebeneinander.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Mitterkirchen im Machland – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Mitterkirchen im Machland - GEM2GO WEB - Startseite
- Keltendorf Mitterkirchen – Entstehung
- Marktgemeinde Mitterkirchen – Badesee
- Ein Blick auf die Gemeinde Mitterkirchen, G6.4
- Landschaftserhebung Mitterkirchen im Machland
Stand der Angaben: 10.10.2026
