STADTGEMEINDE · OBERÖSTERREICH

Lenzing

Eine Gemeinde, in der Faserproduktion, Flusslandschaft und öffentliche Infrastruktur eng zusammenliegen.

GEMEINDEKENNZIFFER41713
Schimmelkirche in Pichlwang, Gemeinde Lenzing
Schimmelkirche in Pichlwang, Gemeinde Lenzing · Foto: C.Stadler/Bwag · „Pichlwang - Schimmelkirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
5 306
01.01.2026
Fläche
8,89 km²
Bevölkerungsdichte
596,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
4860
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

LENZING KENNENLERNEN

Lenzing: Industriestadt an der Ager

Lenzing liegt an der Ager zwischen Vöcklabruck und dem Attersee. Die Stadtgemeinde im Bezirk Vöcklabruck zählt 5.306 Einwohnerinnen und Einwohner (1. Jänner 2026) auf 8,89 Quadratkilometern. Der Ort ist eng mit der Cellulosefaserindustrie verbunden, deren Werksareal die Silhouette und die Erwerbsstruktur prägt. Zugleich reichen Wohngebiete, Schulen, Kulturangebote und Badeplätze bis an den Fluss. Die Kammerer Bahn verbindet Lenzing mit Vöcklabruck und dem Atterseegebiet.

Ein Industriestandort mit Forschung und Produktion

Das Werk der Lenzing AG steht in der gleichnamigen Gemeinde: Am integrierten Standort werden Faserzellstoff und Cellulosefasern hergestellt. Die Unternehmensseite nennt 2.670 Beschäftigte am Standort sowie jährliche Kapazitäten für Faserzellstoff und drei Fasertypen. Diese Betriebsangaben beschreiben den Standort und nicht die gesamte Gemeinde. Daneben zählt die AEST 2024 in Lenzing 275 Arbeitsstätten mit 5.699 Beschäftigten am Arbeitsort. 73 Prozent der Beschäftigten in Arbeitsstätten entfielen auf den sekundären Sektor, 25,8 Prozent auf den tertiären und 1,1 Prozent auf den primären. 66,9 Prozent der Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus.

Ager und Siedlung auf engem Raum

Lenzing umfasst knapp neun Quadratkilometer; dadurch liegen Werksgelände, Wohnbereiche und Flussräume nahe beieinander. Die Ager durchzieht das Gemeindegebiet und formt Auenbereiche, die zugleich Erholungsraum sind. Bei der Wengermühle führt ein Weg entlang des Flusses; die städtische Badeanlage bietet während der Badesaison Zugang zum Wasser und Liegewiesen. Eine Badeordnung regelt die Nutzung der Anlage, die auch vom Agermühlenweg erreichbar ist. Auf der anderen Seite bilden Straßen und die Kammerer Bahn Verbindungen in die Nachbargemeinden.

Vom Werk zur Stadtgemeinde

Die Entwicklung Lenzings im 20. Jahrhundert ist eng mit dem Ausbau des Cellulosewerks verbunden. Der weithin sichtbare Industrieschlot wurde 1938/39 errichtet und gehört bis heute zu den markanten Orientierungspunkten der Region. Mit dem Werk wuchs die Wohnbevölkerung; aus dem Industriestandort entwickelte sich eine Stadtgemeinde mit Schulen, Kultur- und Sporteinrichtungen. Die Schimmelkirche in Pichlwang verweist auf eine ältere Sakrallandschaft: Der spätgotische Bau wurde 1508 fertiggestellt und diente später zeitweise als evangelisches Bethaus. Im 20. Jahrhundert wurde sie zum Gottesdienstort für die wachsende Bevölkerung. Damit lässt sich die Ortsgeschichte sowohl an der Industrieanlage als auch an den kleineren historischen Orten im Gemeindegebiet ablesen.

Schulen, Kultur und Versorgung vor Ort

Für eine Gemeinde dieser Größe konzentrieren sich zahlreiche Einrichtungen im Ortsgebiet: Volksschulen, Mittelschule, Musikschule, Bibliothek, Kino und Kulturzentrum ergänzen medizinische Angebote und das städtische Pflegeheim. Sporthalle, Hallenbad und Badeanlage schaffen ganzjährig beziehungsweise saisonal nutzbare Freizeitangebote. Die Angebote sind nicht nur für Beschäftigte der Industrie wichtig, sondern prägen auch das Leben von Familien und älteren Menschen. Mit der Kammerer Bahn bestehen werktägliche Verbindungen nach Vöcklabruck und Richtung Kammer-Schörfling. Die Stadtgemeinde hält zudem Wege entlang der Ager und Freizeitanlagen instand.

Holz wird zu Zellstoff und Fasern

Das Werk verbindet Zellstoffanlage, Faserproduktion und Forschung am selben Standort. Aus Holz entstehen zunächst Faserzellstoff und daraus unter anderem Viskose, Modal und Lyocell. Weitere Bestandteile werden zu Nebenprodukten wie Essigsäure verarbeitet. Dieser integrierte Ablauf erklärt, weshalb die Industrie in Lenzing auch jenseits des sichtbaren Werksgeländes wichtig ist: Er benötigt technische Fachkräfte, Zulieferung und Verkehrswege. Die Unternehmensangaben beschreiben dabei den Betrieb der Lenzing AG; die Arbeitsstättenstatistik erfasst zusätzlich andere Tätigkeiten im gesamten Gemeindegebiet.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 13.10.2026

GEOGRAFIE

Lenzing auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung4 971
31.10.2021 · Registerzählung5 240
01.01.2026 · Bevölkerungsstand5 306

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 515
NUTS-3-Region
Traunviertel (AT315)

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Nachbargemeinden von Lenzing

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