LEMBACH IM MÜHLKREIS KENNENLERNEN
Lembach im Mühlkreis: Marktort am langen Bach
Lembach im Mühlkreis liegt auf einem Höhenrücken zwischen den Tälern des Brücklbachs und der Kleinen Mühl. Die Marktgemeinde im Bezirk Rohrbach umfasst nur 7,98 Quadratkilometer und zählt 1.534 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Ein großer Teil des Gemeindelebens konzentriert sich im Markt; die umliegenden Weiler liegen in einer landwirtschaftlich geprägten Hochlandlandschaft.
Ein kompakter Markt in einer Streusiedlung
Lembach liegt im Zentralmühlviertler Hochland auf etwa 552 Metern Seehöhe. Das Gemeindegebiet zählt zu den kleinsten des Bezirks Rohrbach und ist deckungsgleich mit der Katastralgemeinde Lembach. Neben dem Markt gibt es kleinere Ortsteile wie Atzesberg, Feichten, Graben, Oberlembach, Obernort und Volkersdorf. Der Hauptort liegt im Westen; östlich davon schließen Felder, Grünland und bewaldete Bachtäler an. Der Brücklbach prägt den südlichen Talraum. Die kurzen Entfernungen zwischen Markt und Außenorten stehen einer ländlichen Siedlungsstruktur gegenüber, in der Einzelhöfe und kleine Weiler zu den täglichen Wegen dazugehören.
Handwerk, Käse und Nahwärme
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Lembach 144 Arbeitsstätten und 751 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. Der tertiäre Sektor stellte 66,2 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse; 75,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Gemeinde pendelten aus. Neben Handel, Handwerk und Dienstleistungen gibt es konkrete lokale Produktion: Die Biokäserei Rein in Feichten erzeugt Käse aus biologischen Rohstoffen. Die Bio-Energie Lembach Ammerstorfer KG produziert Nahwärme aus Hackschnitzeln. Diese beiden Betriebe zeigen unterschiedliche Wege, regionale landwirtschaftliche und forstliche Rohstoffe zu verarbeiten und in der Gemeinde anzubieten. Die Kennzahlen beziehen sich auf Arbeitsstätten und Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort, nicht auf die Erwerbsquote der Wohnbevölkerung.
Gerichtssitz und Ausgangspunkt des Bauernkriegs
Lembach wird um 1000 als Siedlung am Übergang über den „langen Bach“ gegründet; der Name entwickelte sich über „Lengenbach“. 1230 ist der Ort erstmals urkundlich belegt, 1256 wurde er passauischer Gerichtssitz. Im Jahr 1626 kam es beim Wirtshaus Habach zu einem Streit zwischen Bauern und bayerischen Soldaten. Das Ereignis löste den Oberösterreichischen Bauernkrieg vorzeitig aus; von Obernort wurde das vereinbarte Alarmzeichen weitergegeben. Am Marktplatz erinnert heute ein Brunnen an den Aufstand. Der Markt vereint historische Spuren mit alltäglichen Einrichtungen: Schulen, Musikschule, Gemeinde- und Pfarrbücherei sowie ein Heimatmuseum sind im Ortskern verzeichnet.
Kapelle über dem Markt, Dienste im Ort
Die Mühlholzkapelle steht auf einem Bergkegel über dem Markt und ist über einen Kreuzweg erreichbar. Der Lembacher Webermeister Alois Johanniter ließ sie 1844 errichten, nachdem er bei einem Schiffsunglück auf der Donau dem Ertrinken entkommen war. Das Votivbild im Inneren erinnert an das Dampfschiff Ludwig. Die Kapelle liegt an Spazier- und Wanderrouten, die auch zum Mühlholzberg und weiter in Richtung Donautal führen. Für den Alltag hält Lembach Bildungs- und Gesundheitsangebote im Markt bereit: Volksschule, Mittelschule und Landesmusikschule sind im Gemeindegebiet, dazu kommen ärztliche Angebote und eine Rotkreuzstelle, die auch umliegende Gemeinden versorgt. Damit funktioniert der Markt als lokaler Mittelpunkt für ein größeres Umland.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Lembach im Mühlkreis – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Abgestimmte Erwerbsstatistik 2024, Gemeindetabelle (Gebietsstand 2026), Tabellenblatt Gemeindetab_(Gebietsstand_2026), Zeilen 1186–1190
- Lembach/Hörbich – Sehenswürdigkeiten in Lembach
- Lembach/Hörbich – Biokäserei Rein
- Lembach/Hörbich – Bio-Energie Lembach Ammerstorfer KG
- Lembach/Hörbich – Schulen und Kinderbetreuung
- Lembach/Hörbich – Zeittafel Lembach
Stand der Angaben: 11.10.2026
