KLAM KENNENLERNEN
Klam zwischen Klambach, Markt und Burg
Klam liegt im Bezirk Perg im südlichen Mühlviertel. Die Marktgemeinde zählt 961 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 8,36 Quadratkilometer. Neben dem Markt gehören Achatzberg, Gauning, Letten, Linden, Niederkalmberg, Oberhörnbach, Sperken und Unterhörnbach zum Gemeindegebiet.
Beckenlandschaft und Bachweg
Klam liegt im Klamer Becken am Rand des Böhmischen Massivs. Landwirtschaft prägt die Umgebung: 61 Prozent der Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt, rund 30 Prozent sind bewaldet. Der Klambach sammelt die Zuflüsse Eichbach und Bäckerbachl und führt zwischen Klam und Saxen durch die Klamschlucht. Am Eingang steht der Leonstein, ein durch Wollsackverwitterung gerundeter Granitblock. Die Wanderbeschreibung der Sturmmühle nennt einen etwa zwei Kilometer langen Weg entlang des Bachs. Unterwegs liegen Felsgebilde mit Spalten und Höhlen, ein kurzer steiler Abzweig führt zu einer Aussichtsplattform über das Machland bis zu den Voralpen; ein Ruheplatz liegt weiter am Weg. Am Schluchtende steigt ein Baumlehrpfad zur Burg Clam hinauf.
Marktrecht, Brand und neue Gemeinde
Der Name Clam erscheint 1142 indirekt in einer Urkunde; die Burg selbst wird um 1150 erwähnt; unterhalb ihres Herrschaftssitzes entwickelte sich der Markt. Eine Urkunde bezeichnet Klam 1365 ausdrücklich als Markt, 1384 bestätigte Herzog Albrecht III. das Marktrecht. Das Dorf wurde mehrmals von Kriegen und Bränden getroffen: 1422 verwüsteten Hussiten den Markt, 1531 ließ ein Blitzschlag nur zehn Häuser stehen. Die Marktchronik begann 1636. Bereits 1641 leitete ein Rohrbrunnen Wasser vom Gauningholz in den Markt. Johann Gottfried Perger ließ 1646 ein St.-Anna-Spital für Kranke und Bedürftige errichten und stellte 1654 Marktbewohnern Land für Krautgärten zur Verfügung. 1848 endete mit der Aufhebung der Grundherrschaft die jahrhundertelange Abgabenpflicht der Bauern an die Herrschaft Clam; 1852 wurden deren Ortschaften zur selbstständigen Marktgemeinde vereinigt. 1861 kaufte die Gemeinde den bis heute sichtbaren Marktbrunnen aus Ybbs; laut Marktchronik kostete er 1.446 Gulden und 19 Kreuzer. Niederkalmberg kam 1877 dazu.
Betreuung und Schule am selben Standort
Kindergarten, Krabbelstube und Volksschule liegen am Standort Klam 52. Die Gemeinde nennt für den Kindergarten 37 Kinder in einer roten und einer grünen Gruppe. Zum Kindergartenteam gehört eine pädagogische Assistenzkraft für Integration. Der Kindergarten öffnet Montag, Donnerstag und Freitag von 7 bis 13 Uhr, Dienstag und Mittwoch bis 16 Uhr. Die Gemeinde führt für Kindergarten und Krabbelstube eigene Kontaktstellen und Anmeldeformulare.
Landwirtschaft und saisonale Beherbergung
Die Abgestimmte Erwerbsstatistik 2024 zählt in Klam 55 Arbeitsstätten und 129 Beschäftigte am Arbeitsort. Zum primären Sektor gehören 30,9 Prozent der Arbeitsstätten und 15,5 Prozent der Beschäftigten in Klam; 86,9 Prozent der erwerbstätigen Einwohnerinnen und Einwohner pendeln aus. Der Biohof Seppn in Unterhörnbach bietet laut BIO AUSTRIA Eier, Holunderbeeren, Walnüsse, Eierteigwaren und Obst an. Die ClamLive Festival GmbH betreibt eine Lodge mit sechs Gästezimmern und Frühstücksraum; drei Beschäftigte arbeiten vor Ort. Im Sommer wird täglich außer an Konzert- und Auf-/Abbautagen vermietet, im Winter nur an Gruppen auf Anfrage. Braugarten und Braukeller können für Feiern genutzt werden.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Klam – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Gemeindeergebnisse der Abgestimmten Erwerbsstatistik 2024
- Marktgemeinde Klam – Geschichte
- Marktgemeinde Klam – Kindergarten
- Marktgemeinde Klam – Schule & Bildung
- Marktgemeinde Klam – ClamLive Lodge
- BIO AUSTRIA – Biohof Seppn
- Burg Clam – Öffnungszeiten und Besichtigungen
- Sturmmühle – Wanderwege / Klamschlucht
- Marktgemeinde Klam – Krabbelstube
Stand der Angaben: 10.10.2026
