KARRÖSTEN KENNENLERNEN
Am Sonnenhang des Tschirgant
Karrösten liegt dort, wo das Gurgltal ins Inntal mündet, am sonnigen Südwesthang des Tschirgant. Die Gemeinde im Bezirk Imst zählt 711 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 7,91 km².
Zwischen Hang und Tal
Der Ort liegt oberhalb des Inntals, während sich am Fuß des Tschirgant die Wege Richtung Imst und ins Gurgltal bündeln. Diese Hanglage prägt den Alltag: Das Dorf schaut weit in den Imster Talkessel, bleibt aber vom Talboden und dessen Verkehrsrouten getrennt. Obstgärten und Maisflächen gehören zu den sichtbaren Nutzungen am Hang. Auch die Edelkastanie oberhalb des Dorfes fällt auf; sie gilt als Naturdenkmal und macht deutlich, dass hier ein vergleichsweise mildes, sonniges Klima auf alpine Umgebung trifft. Von Karrösten führen Wanderwege weiter zur Alm und in die Tschirgantlandschaft.
Arbeit zwischen Dorf und Region
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Karrösten 51 Arbeitsstätten aus; 74,5 Prozent davon gehören zum Dienstleistungssektor. Zugleich pendeln 87,9 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus der Gemeinde aus. Vor Ort bleibt die Arbeit dennoch vielfältig: An den sonnigen Hängen werden Obst und Mais angebaut. Die Gemeinde verzeichnet einen KFZ-Betrieb in Brennbichl, der Fahrzeuge handelt sowie Spenglerei- und Lackierarbeiten anbietet. Im Dorf fertigt die Weberei Schatz textile Kunsthandwerksarbeiten und verbindet traditionelle Textilarbeit mit der heutigen Nutzung des Dorfkerns. Diese Beispiele zeigen, wie Landwirtschaft, Handwerk und kleine Dienste neben den Arbeitswegen in die Region bestehen.
Vom Erzabbau zum Dorf
Karröstens Geschichte reicht bis in die Bronzezeit: Grabfunde mit Metallbeigaben belegen eine frühe Besiedlung. Später wurde am Tschirgant Erz gewonnen; im 16. Jahrhundert hatte der Bergbau seine Hochphase. Ein Urbar des Stifts Stams nennt den Ort 1336 als „Kerrosten“. Heute erinnert vor allem die Landschaft an diese frühere Arbeit am Berg, während die Expositurkirche Hl. Nikolaus den Dorfkern prägt. Sie steht am Kirchweg und wird weiterhin für Gottesdienste genutzt. So bleiben die Spuren von Bergbau und kirchlichem Leben in einem Ort sichtbar, dessen Alltag inzwischen stark mit dem nahen Imst verbunden ist.
Geologie und Aussicht
Wer zu Fuß unterwegs ist, kann den Geolehrpfad nutzen, der geologische Besonderheiten der Umgebung anhand von elf Tafeln erklärt. Der Weg macht die Landschaft lesbar: Gestein, Hangform und die Geschichte des Bergbaus liegen hier eng beieinander. Eine Aussichtsplattform auf dem Rückweg vom Geolehrpfad öffnet den Blick auf den Imster Talkessel. Der Rundweg beginnt am Parkplatz Karrösten und führt zunächst auf dem Forstweg zur Alm, bevor er über einen Waldsteig zurückkehrt. Beide Ziele passen zu einem Ort, dessen Besonderheit stark aus seiner Lage entsteht. Die Gemeinde bietet zudem Einrichtungen für den Alltag wie Kindergarten, Bibliothek und Sportplatz. So begegnen sich im kleinen Gemeindegebiet Wohnen, lokale Versorgung und ein nahes Wandergebiet, ohne dass die Wege aus dem Dorf heraus weit führen müssen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Karrösten – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Karrösten - Startseite
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Wirtschaft – Gemeinde Karrösten
- Geolehrpfad – Karröster Alm, Imst Tourismus
- Urlaub in Karrösten, Imst Tourismus
- Gemeinde Karrösten – Expositurkirche Hl. Nikolaus
Stand der Angaben: 14.10.2026
