GASEN KENNENLERNEN
Gasen – Bergbauerndorf im Tal des Gasenbachs
Gasen liegt im engen Tal des Gasenbachs, umgeben von bewaldeten Höhen und steilen Bergbauernlagen. Die Gemeinde im Bezirk Weiz zählt 829 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 33,96 km². Sie gehört zum Naturpark Almenland; der Ortskern liegt zwischen Birkfeld und dem Straßegg, während die Katastralgemeinden weit in die Hänge reichen.
Steile Höfe und hohe Wasserscheiden
Das Tal des Gasenbachs ist der natürliche Mittelpunkt der Gemeinde. Von etwa 730 Metern im Osten steigt das Gelände zu Kämmen und Gipfeln auf; der Sauernkogel erreicht 1.451 Meter. Wald und landwirtschaftliche Flächen wechseln sich ab, dazu kommen kleinere Almflächen. Diese Höhenunterschiede prägen die Bewirtschaftung: Im Naturpark Almenland ist Gasen als Bergbauerndorf mit steilen Hanglagen bekannt. Der 9,7 Kilometer lange Stoakogler Heimatwanderweg führt an den Höfen der drei Brüder Willingshofer vorbei. Schautafeln erklären Land-, Alm- und Forstwirtschaft. Das Gemeindegebiet umfasst die vier Ortschaften Amassegg, Gasen, Mitterbach und Sonnleitberg. 58 Prozent der Fläche sind bewaldet, 34 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und vier Prozent entfallen auf Almen.
Handwerk, Landwirtschaft und Metallbau
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Gasen 101 Arbeitsstätten und 307 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. Während 60,4 Prozent der Arbeitsstätten zum primären Sektor zählten, entfielen 38,8 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse auf den sekundären Sektor. Das zeigt den Unterschied zwischen vielen kleinen landwirtschaftlichen Betriebsstätten und Arbeitsplätzen in der Produktion. Der örtliche Betrieb Willingshofer fertigt Stahlkonstruktionen, Sonderanlagen und Fördertechnik für industrielle Kunden. Daneben gehören Gastronomie und kleinere Dienstleister zum Wirtschaftsleben. Von den aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten 2024 rund 58 Prozent aus. So arbeiten Bewohner sowohl im Ort als auch in den umliegenden Gemeinden.
Alltagsorte zwischen Musik und Bad
Gasen ist Heimat der Stoakogler, deren volkstümliche Musik weit über die Region hinaus bekannt wurde. Im Stoani Haus der Musik erzählt eine Ausstellung von der Gruppe und von der Entwicklung der Unterhaltungsmusik; die Einrichtung ist im Dorfzentrum am Dorfplatz angesiedelt. Das Stoanineum ergänzt sie als Bildungsort für Volksmusik und traditionelle Musikkultur, mit Unterricht, Seminaren, Workshops und Konzerten. Im Ort bestehen außerdem Musikverein und weitere Vereine, die Veranstaltungen tragen. Das Freibad mit beheiztem Schwimm- und Kinderbecken liegt ebenfalls im Ortszentrum; es öffnet während der Badesaison bei Schönwetter.
Bergbau, Pfarrort und Erinnerung
Ein frühes Schriftzeugnis für den Namen Gasen stammt aus dem Jahr 1324; 1406 wird der Ort im Zehentbuch des Bischofs von Seckau genannt. Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert wurden in der Umgebung Gold, Silber und Magneteisen abgebaut. Die Pfarrkirche ist dem heiligen Oswald geweiht und steht im Ortszentrum. An der Kirche erinnert eine Gedenktafel, vor dem Pfarrhof ein Stolperstein an Pfarrer Johann Grahsl, der im April 1945 verschleppt wurde. Diese Gedenkorte verankern die jüngere Ortsgeschichte in einem Ensemble, das auch Gemeindeamt und Stoani Haus umfasst.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Gasen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Regionalentwicklung Oststeiermark – Gasen
- Stoanineum – About und Kontakt
- Gemeinde Gasen – Bauverhandlung Willingshofer GmbH
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle
- Oststeiermark Tourismus – Stoani Haus der Musik
- Oststeiermark Tourismus – Freibad Gasen
- Willingshofer GesmbH – Stahlbau und Sondermaschinenbau
- Naturpark Almenland – Stoakogler Heimatwanderweg
- Willingshofer – Offene Stellen
Stand der Angaben: 14.10.2026
