ELLBÖGEN KENNENLERNEN
Ellbögen: Weiler am Sonnenhang des Wipptals
Ellbögen besteht aus mehreren Weilern und Dörfern am sonnigen Osthang des Wipptals. Das weitläufige Gemeindegebiet reicht in die Tuxer Voralpen und schließt das Viggartal und Arztal ein. Am 1. Jänner 2026 lebten 1.185 Menschen in der Gemeinde; ihre Fläche beträgt 34,47 Quadratkilometer.
Eine Gemeinde aus Weilern und Tälern
Ellbögen ist keine kompakte Siedlung, sondern eine Streusiedlung mit Ortsteilen wie St. Peter, Mühltal, Tarzens und Oberellbögen. Das Gemeindegebiet reicht vom Hang über dem Wipptal bis zu den Höhen der Tuxer Voralpen. Die Sill bildet im Westen eine markante Grenze, während das Viggartal und das Arztal in die Bergwelt führen. Diese Ausdehnung prägt den Alltag: Wege zwischen Höfen, Kirche und Schule sind Teil des Gemeindelebens. Wander- und Radwege erschließen die Seitentäler, die im Sommer landwirtschaftlich genutzt werden und Besucher anziehen. Die Ortsnamen Innerellbögen und Oberellbögen helfen, Ziele und Höfe präzise zuzuordnen.
Von der Salzstraße zum heutigen Talweg
Tarzens wird in einer Urkunde des 11. Jahrhunderts erwähnt; Ellbögen selbst erscheint im späten 12. Jahrhundert in einer Klosterliste. Über lange Zeit war die Straße von Hall Richtung Matrei eine wichtige Verbindung. Salztransporte und Fuhrwerk brachten Verkehr in die Gemeinde; in den Ortsteilen entstanden Gasthäuser und Handwerksplätze. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde in Arztal und Viggartal Erz gewonnen, doch lange Wege zur Verhüttung machten den Abbau schließlich unwirtschaftlich. Die heutige Ellbögener Straße folgt teilweise dieser historischen Verkehrsachse. Die Pfarrkirche St. Peter geht auf einen Bau des 15. Jahrhunderts zurück. Ihre Lage im Ortsteil St. Peter macht sichtbar, dass das Gemeindeleben über mehrere Siedlungskerne verteilt ist.
Landwirtschaft, Handwerk und Gästebetriebe
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Ellbögen 76 Arbeitsstätten und 134 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. Von den aktiv Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Gemeinde pendelten 86,8 Prozent aus. Die Gemeinde nennt etwa 60 viehhaltende Betriebe; ihre Höfe prägen die verstreuten Ortsteile und bewirtschaften die Hänge. Auch Handwerk ist konkret vertreten: Fertigungstechnik Miller in Oberellbögen bearbeitet unter anderem Holz, Kunststoff und Aluminium für kundenspezifische Bauteile. Tischlereien und eine Sattlerei ergänzen dieses Spektrum. In den Seitentälern verbinden bewirtschaftete Almen und Hütten Landwirtschaft mit Gästebewirtung. Trotz der starken Pendelbeziehungen entstehen vor Ort also Einkommen aus Höfen, spezialisierten Werkstätten und saisonaler Bewirtung.
Mühle, Kirche und Bergwege
Die Hinterlocher Mühle liegt in Oberellbögen am Weg vom Hinterlarcher Parkplatz. Ein beschilderter Fußweg führt durch den Wald zu der Schaumühle. Bei Vorführungen setzt Wasser das Mühlrad in Bewegung und Korn wird gemahlen. Termine werden saisonal bekanntgegeben; vor einem Innenbesuch sollte die aktuelle Gemeindeinformation geprüft werden. Im Ortsteil St. Peter steht die Pfarrkirche als gut auffindbarer historischer Bau der verstreuten Gemeinde. Von den Siedlungen führen Wege weiter ins Viggartal und zum Meißner Haus, einem bewirtschafteten Stützpunkt für Bergwanderungen. Mühle, Kirche und Bergwege liegen in verschiedenen Ortsteilen, sodass ein Besuch der Gemeinde etwas Planung verlangt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Ellbögen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Ellbögen: Betriebe
- Gemeinde Ellbögen: Schaumühle
- Tirol Tourismus: Hinterlocher Mühle
- Gemeinde Ellbögen: Startseite
- Statistik Austria: Arbeitsstättenzählung 2024
- Standortagentur Tirol: FTM Fertigungstechnik Miller
- Gemeinde Ellbögen: Pfarre St. Peter
Stand der Angaben: 14.10.2026
