BURGKIRCHEN KENNENLERNEN
Burgkirchen: viele Ortsteile, klare ländliche Prägung
Burgkirchen ist eine weitläufige Innviertler Gemeinde mit weit verstreuten Ortschaften und ausgeprägt ländlichem Charakter. Sie zählt 2.786 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und erstreckt sich über 45,92 Quadratkilometer im Bezirk Braunau. Landwirtschaftliche Flächen, Wald und einzelne Dorfzentren prägen das Gemeindegebiet; die Pfarrkirche im Hauptort und die Filialkirchen in den Ortsteilen geben dem verstreuten Siedlungsraum erkennbare Bezugspunkte.
Ländlicher Raum mit vielen Ortsteilen
Burgkirchen liegt auf etwa 393 Metern Seehöhe. Fünf Katastralgemeinden gliedern das rund 45,92 Quadratkilometer große Gemeindegebiet; Landwirtschaftsflächen und Wald geben ihm eine ländliche Prägung. Die Mattigtalbahn und die Braunauer Straße B147 verbinden die Ortsteile mit dem regionalen Umfeld. Zugleich ist das Gemeindegebiet kein einzelner kompakter Ort: Ein Netz aus Bundes-, Landes- und Gemeindestraßen macht die Wege zwischen den Siedlungsschwerpunkten zu einem Teil des Alltags.
Landwirtschaft und örtliche Arbeit
Die Gemeindeseite nennt 101 landwirtschaftliche Vollerwerbs- und 48 Nebenerwerbsbetriebe sowie 40 Gewerbebetriebe. Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Burgkirchen 243 Arbeitsstätten mit 933 Beschäftigungsverhältnissen am Arbeitsort; 37,9 Prozent der Arbeitsstätten entfielen auf den primären, 49,4 Prozent auf den tertiären Sektor. Die Angaben beschreiben verschiedene Ebenen: Hofzahlen zeigen die landwirtschaftliche Betriebsstruktur, die Statistik Arbeitsstätten und Beschäftigungsverhältnisse. Zur Landwirtschaft gehört auch die Imkerei von Ellinger’s Honigladen in Albrechtsberg, wo Honig erzeugt und im Nebenerwerb angeboten wird. Landwirtschaft und Gewerbe sind damit beide im Gemeindeprofil sichtbar.
Geschichte und Erinnerung
Der Name Burgkirchen geht auf eine Kirche zurück, nicht auf eine Burg. Die Pfarrkirche im Hauptort wurde im 15. Jahrhundert spätgotisch errichtet. Im Inneren befinden sich eine Kreuzigungsgruppe der Bildhauer Martin und Michael Zürn sowie Stuckarbeiten von Johann Michael Vierthaler. Auch die Filialkirche St. Georgen an der Mattig bewahrt Altäre der Brüder Zürn. Burgkirchen wird 1007 erstmals urkundlich erwähnt. Das Innviertel kam 1779 mit dem Frieden von Teschen zu Österreich; seit 1814 gehört die Gemeinde dauerhaft zu Oberösterreich. 1650 brannte die Pfarrkirche nach einem Blitzschlag ab und wurde wiedererrichtet; die älteste Glocke stammt aus dem Folgejahr. Während der NS-Zeit bestand in Burgkirchen ein sogenanntes „Fremdvölkisches Kinderheim“ für Säuglinge von Zwangsarbeiterinnen. Die Mütter mussten Zwangsarbeit leisten; im Heim starben 21 Kinder. Diese lokale Geschichte erinnert an die nationalsozialistische Ausgrenzung und an das Leid der Kinder und ihrer Familien.
Landwirtschaftliche Ausbildung am Ort
Zwei landwirtschaftliche Fachschulen liegen in der Gemeinde. Die Fachschule Burgkirchen in Unterhartberg verbindet ihre dreijährige Ausbildung mit Praxis in Holz- und Metallverarbeitung sowie Milch-, Fleisch- und Obstverarbeitung. In Wollöster setzt die Fachschule Mauerkirchen Schwerpunkte in Gastromanagement, Gesundheit und Soziales, Hauswirtschaft und Agrotourismus. Im Genussladen der Schule üben die Schülerinnen und Schüler Direktvermarktung: Produkte aus dem Praxisunterricht verkaufen sie auf Märkten und Schulveranstaltungen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Burgkirchen (Oberösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Gemeindeergebnisse Arbeitsstätten 2024
- Marktgemeinde Burgkirchen – Ellinger’s Honigladen
- Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim – Forschung zum Kinderheim Burgkirchen
- Gemeinde Burgkirchen – Zahlen und Fakten
- LWBFS Mauerkirchen – Genussladen
Stand der Angaben: 10.10.2026
