ALLERHEILIGEN IM MÜHLKREIS KENNENLERNEN
Zwischen Wallfahrt und weißer Erde
Allerheiligen im Mühlkreis verbindet einen Wallfahrtsort auf der Höhe mit dem Kaolinrevier im Tal von Kriechbaum. Die Gemeinde liegt im Bezirk Perg im unteren Mühlviertel und zählt 1.282 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026); ihr Gebiet umfasst 20,20 Quadratkilometer.
Höhenrücken und Naarntal
Das Ortszentrum liegt auf einem Rücken zwischen Naarn und Kettenbach; von dort fällt das Gelände in bewaldete Täler und offene landwirtschaftliche Flächen ab. Der östliche Gemeinderand folgt über weite Strecken der Naarn. Dort gehören bewaldete Hänge zum Europaschutzgebiet Waldaist-Naarn und zum Naturpark Mühlviertel. Der Wechsel von Kuppen, Bachläufen und Talwäldern erklärt, warum die Gemeinde auf kurzer Strecke unterschiedliche Landschaftsbilder zeigt. Im Naarntal ragt der Granitfelsen Falkenstein steil aus dem Hang; er ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Im Westen und Norden liegen die Ortschaften höher, während die Naarn am östlichen Rand deutlich tiefer eingeschnitten ist. Diese Reliefkante ist auch für Wandernde spürbar, weil Wege zwischen Höhenrücken und Talgrund wechseln.
Kaolin aus Kriechbaum
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Allerheiligen 106 Arbeitsstätten und 190 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus; 83,2 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Gemeinde pendelten aus. Die Zahlen zeigen eine kleine lokale Arbeitsbasis neben starken Verbindungen zu den Nachbarorten. Ein besonderes Beispiel ist die Gewinnung von Kaolin in Kriechbaum: Die KAMIG hebt den hellen Rohstoff aus dem örtlichen Vorkommen und bereitet ihn für industrielle Anwendungen auf. Kaolin wird unter anderem in Papier, Keramik, Farben und Kunststoffen verwendet. Damit bleibt ein geologischer Rohstoff Teil der heutigen Arbeit vor Ort.
Kirche, Wallfahrt und Ortsleben
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche prägt den Hauptort nicht nur als weithin sichtbares Gebäude. Sie geht auf eine 1454 belegte Kirche zurück und ist dem Patrozinium „Unsere Liebe Frau Königin Aller Heiligen“ gewidmet. Eine frühbarocke Orgel aus dem 17. Jahrhundert zählt zu den besonderen Ausstattungsstücken. Neben dem Kirchenraum verweist die Heiligensteinkapelle an der westlichen Ortseinfahrt auf die religiöse Prägung. Im Alltag ergänzen Schule, Kindergarten, Vereine und kommunale Angebote die Funktionen des kleinen Zentrums; die Bezirkshauptstadt Perg liegt wenige Kilometer südlich und bündelt weitere Einrichtungen. Die Pfarrkirche ist damit Anziehungspunkt und Orientierungspunkt zugleich: Um sie herum liegt der kompakte Kern, während die Ortschaften der Gemeinde über mehrere Katastralgemeinden verteilt sind.
Spuren des Bergbaus bewahren
Der Abbau in Kriechbaum ist seit 1803 belegt und hat die Ortschaft weit über die Gemeinde hinaus bekannt gemacht. Das KAOLINUM dokumentiert die Arbeit der Bergleute mit einem Schaustollen, Fotografien, Werkzeugen und Schriftstücken. Die Ausstellung macht nachvollziehbar, wie der weiße Rohstoff unter Tage gewonnen und für die Aufbereitung bereitgestellt wurde. So wird die Industriegeschichte nicht nur über Produktionszahlen, sondern anhand von Arbeitsgeräten und dokumentierten Erfahrungen greifbar. Das Museum ergänzt die aktive Gewinnung bei KAMIG um eine historische Perspektive auf die Menschen und Techniken des Kaolinabbaus.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Allerheiligen im Mühlkreis – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Allerheiligen im Mühlkreis - GEM2GO WEB - Startseite
- Allerheiligen im Mühlkreis - GEM2GO WEB - Startseite - Unser Ort - Unser Ort - Wissenswertes - Zahlen und Fakten
- Statistik Austria – Indikatoren und Gemeindeergebnisse 2024
- Kaolin – Weiße Erde aus Allerheiligen
- KAOLINUM – Wissensnetzwerk Kaolin Bergbau
- Orgel in der Wallfahrtskirche – Marktgemeinde Allerheiligen
- Wallfahrtskirche – Marktgemeinde Allerheiligen im Mühlkreis
Stand der Angaben: 10.10.2026
