BIBERWIER KENNENLERNEN
Biberwier – zwischen Fernpass und Bergbaugeschichte
Biberwier liegt am Südrand des Lermooser Mooses, zwischen Fernpasslandschaft und den Hängen des Marienbergs. Die Gemeinde im Bezirk Reutte zählt 640 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 29,42 km². Wasser, Wald und historische Bergbauspuren prägen den Ort bis heute.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Biberwier – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Dorf zwischen Moor und Bergsturzgebiet
Die Loisach entspringt westlich des Orts, der sich am Rand des Lermooser Mooses entlangzieht. Oberhalb der Siedlung steigt bewaldetes Gelände zu den Bergen an; das Gemeindegebiet reicht von rund 1.000 bis knapp 2.500 Meter Seehöhe. In der Bergsturzlandschaft liegen Blindsee, Mittersee und Weißensee. Biberwier befindet sich nahe der deutschen Grenze und am Übergang über den Fernpass. Biber lebten nachweislich bis um 1800 im Gemeindegebiet; sie gaben dem Ort seinen Namen. Der Lermooser Tunnel entlastete den Ort seit 1984 vom Durchzugsverkehr; die Verbindung über den Pass bleibt dennoch sichtbar in Straßen und Besucherwegen. Funde aus der Römerzeit bezeugen die frühe Bedeutung der Via Claudia Augusta im Gemeindegebiet.
Dienstleistungen rund um Berg und Verkehr
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Biberwier 190 Arbeitsstätten und 355 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus; 92,1 Prozent der Arbeitsstätten gehören zum Dienstleistungssektor. Von den aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Biberwier pendeln 69,5 Prozent aus. Ein örtliches Arbeitsfeld ist der Bergbahnbetrieb am Marienberg: Zwei Sesselliftsektionen bringen Gäste in das Berggebiet; im Sommer kommen Rodelbahn und Bergroller hinzu. Beherbergung und Gastronomie ergänzen dieses Freizeitangebot. Die Bergbahnen betreiben Anlagen für unterschiedliche Jahreszeiten, während der Montan-Wanderweg am Talstationsbereich beginnt und die historische Bergbaulandschaft für Gäste erschließt.
Quellen: Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle · Bergbahnen Langes – Betriebszeiten Biberwier-Marienberg · Biberwier – Wikipedia, feste Artikelversion · Bergwerksverein Silberleithe – Montan-Wanderweg
Silberleithe: Erzabbau und Erinnerungspfad
An der Silberleithe wurde vom 15. Jahrhundert bis 1921 Silber-, Blei- und Zinkerz abgebaut. Die Bergwerke prägten die Siedlung, zogen Arbeitskräfte an und lieferten Rohstoffe, bevor der Betrieb eingestellt wurde. Heute erklärt ein Montan-Wanderweg die Geschichte an 25 Stationen. Die Route beginnt an der Talstation der Marienbergbahn; verschiedene Varianten führen zu ehemaligen Stollenbereichen und zur früheren Erzaufbereitung.
Quellen: Biberwier – Wikipedia, feste Artikelversion · Bergwerksverein Silberleithe – Montan-Wanderweg
Kirche und Siedlung am Fernpass
Die katholische Pfarrkirche St. Josef geht auf eine Kapelle von 1686 zurück. Mit dem Bevölkerungswachstum entstand 1827 bis 1830 die heutige Kirche; Schnitzarbeiten, Fresken und Orgel spiegeln dabei die Kunsthandwerker der Region. Die Pfarrkirche liegt nahe dem Dorfkern, während sich die Bergbauwege an den Hang anschließen. Neben der Kirche steht die kleinere Schmittekapelle. Zusammen bilden die Sakralbauten eine sichtbare Spur der Ortsgeschichte, die neben Bergbau und Passverkehr auch vom kirchlichen Leben getragen wurde. Das Dorf ist über die Fernpassstraße erreichbar und zugleich durch Wanderwege mit den Bergen verbunden.
Marienberg als Ausgangspunkt
Die Marienbergbahn führt vom Ortsrand hinauf in das Berggebiet. Im Sommer 2026 waren die beiden Sektionen saisonal von Mitte Mai bis Mitte Oktober vorgesehen; daneben lief die Sommerrodelbahn im gleichen Zeitraum. Wer die Bergbaugeschichte zu Fuß erkunden möchte, kann am Talstationsbereich in den Montan-Wanderweg einsteigen. Der Verein beschreibt eine Rundroute über Knappensteig, Schachtkopf und Biberwierer Scharte; sie verlangt mehrere Stunden. Der Themenweg erklärt die historische Erzgewinnung und ihre Spuren im Gelände.
Quellen: Bergbahnen Langes – Betriebszeiten Biberwier-Marienberg · Bergwerksverein Silberleithe – Montan-Wanderweg
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 15.10.2026
