GEMEINDE · TIROL

Spiss

Eine kleine Streusiedlung, deren Alltag lange von schwierigen Wegen und grenzüberschreitender Arbeit bestimmt war.

GEMEINDEKENNZIFFER70625
Mittelspiss mit Kirche und Häusern am steilen Hang
Mittelspiss mit Kirche und Häusern am steilen Hang · Foto: Bobo11 · „Spiss Mittelspiss P6A5294“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
97
01.01.2026
Fläche
24,57 km²
Bevölkerungsdichte
3,9
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
6544
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

SPISS KENNENLERNEN

Spiss an der Grenze zu Samnaun

Spiss liegt hoch über dem Samnauntal an der Schweizer Grenze. Die Gemeinde zählt 97 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 24,57 Quadratkilometer; ihre Weiler verteilen sich über einen sonnseitigen Hang.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Spiss - Startseite - Gemeindeleben - Wissenswertes - Geschichte

Hoch über einer Grenzschlucht

Die Häuser und Höfe von Spiss liegen nicht in einem einzigen geschlossenen Dorf, sondern verteilen sich als Streusiedlung entlang des Hangs. Das Gemeindegebiet reicht von rund 1.300 Metern bis zu Gipfeln nahe 2.900 Metern. Almen, Wald und hochalpines Gelände nehmen den größten Teil der Fläche ein; landwirtschaftliche Nutzflächen sind knapp. Der Schalklbach bildet die Grenze zur Schweiz. Seine Schlucht erschwerte lange die Verbindung zwischen Samnauntal und Inntal. Bis ins 20. Jahrhundert führte der Weg durch unwegsames Gelände, wechselte mehrfach die Talseite und überquerte dabei die Grenze. Die heutige Spisser Landesstraße brachte 1980 eine Verbindung auf österreichischer Seite. Dass Samnaun zu ihrem Bau beitrug, zeigt, wie eng die Infrastruktur beider Nachbarorte miteinander verflochten ist.

Quellen: Spiss - Startseite - Gemeindeleben - Wissenswertes - Geschichte · Spiss (Tirol) – Wikipedia, feste Artikelversion

Arbeiten über der Grenze

Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnete in Spiss acht Arbeitsstätten und zwölf Beschäftigte an örtlichen Arbeitsstätten. Das zeigt die begrenzte Zahl von Arbeitsplätzen im Dorf: 86,9 Prozent der aktiv erwerbstätigen Einwohner pendelten aus. Nach Angaben der Gemeinde führt ein wichtiger Arbeitsweg ins benachbarte Samnaun. Dessen Zollfreizone und Skigebiet bieten Beschäftigung im Handel und im Tourismus, während Spiss selbst Gäste für Winterwanderungen und Aufenthalte am Sonnenhang anspricht. Der wirtschaftliche Alltag verbindet damit örtliche Landwirtschaft und kleine Beherbergungsangebote mit dem Arbeitsmarkt jenseits der Grenze. Die Straße auf österreichischer Seite erleichtert diese täglichen Wege.

Quellen: Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse · Spiss - Startseite - Gemeindeleben - Wissenswertes - Geschichte · Gemeinde Spiss – Information für Gäste

Verbindung als Voraussetzung

Spiss wurde 1302 erstmals als Oberspis erwähnt und 1547 eine selbständige Gemeinde. Die Lage abseits des Inntals bedeutete lange eine mühsame Anbindung: Im Winter konnte das Hochtal zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten sein. Über Jahrzehnte verbesserten Karrenweg, Zufahrtsstraße und schließlich der Bau der Landesstraße die Erreichbarkeit. Erst die Straße von 1980 stellte eine durchgehende Verbindung innerhalb Österreichs her; zuvor musste man auf Fahrten ins Oberinntal Zollschranken passieren. Kirchlich prägt die Expositurkirche dem heiligen Johannes dem Täufer das Ortszentrum. Sie wurde 1778 geweiht, nachdem die ältere Kapelle baufällig geworden war. Im höher gelegenen Weiler Gstalda erinnert die Martinskirche an eine eigene Seelsorgestelle, die wegen der winterlich schwierigen Wege im 19. Jahrhundert eingerichtet worden war.

Quellen: Spiss - Startseite - Gemeindeleben - Wissenswertes - Geschichte · Gemeinde Spiss – Pfarrchronik

Kleine Gemeinde mit regionalen Wegen

In Spiss gibt es Gemeindeamt, Volksschule und Kindergarten. Für weitere öffentliche Einrichtungen, Geschäfte und manche Gesundheitsangebote orientieren sich Bewohner an Pfunds. Das Gemeindegebiet umfasst mehrere Weiler, darunter Gstalda; der öffentliche Busfahrplan führt Haltestellen in Gstalda und Spiss Dorf. Die Wege zwischen den Siedlungen gehören deshalb zum Alltag ebenso wie der Weg über die Grenze nach Samnaun. Die Pfarrkirche und die kleinere Martinskirche in Gstalda verweisen auf unterschiedliche Siedlungsschwerpunkte, während Kapellen entlang älterer Wege die Geschichte der Erschließung sichtbar halten. Die Schule und der Kindergarten liegen hingegen am Ort und ersparen Familien für diese Angebote längere Fahrten.

Quellen: Spiss - Startseite - Gemeindeleben - Wissenswertes - Geschichte · Gemeinde Spiss – Pfarrchronik

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 15.10.2026

GEOGRAFIE

Spiss auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung133
31.10.2021 · Registerzählung95
01.01.2026 · Bevölkerungsstand97

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
56
NUTS-3-Region
Tiroler Oberland (AT334)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Spiss

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.