KAPRUN KENNENLERNEN
Wo Wasser Energie und Tourismus prägt
Kaprun ist geprägt von zwei großen Landschafts- und Arbeitswelten: dem hochalpinen Kraftwerksraum und dem touristischen Tal. Die Gemeinde im Bezirk Zell am See hat 3.144 Einwohner (1. Jänner 2026) und eine Fläche von 100,51 Quadratkilometern. Die Kapruner Ache durchquert das Gemeindegebiet von Süden nach Norden.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Kaprun – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Tal zwischen Gletscher und Stauseen
Kaprun liegt am Fuß der Hohen Tauern in der Glocknergruppe; Teile des Gemeindegebiets reichen in den Nationalpark Hohe Tauern. Die Kapruner Ache sammelt das Wasser aus dem Seitental und fließt nordwärts zur Salzach. Im oberen Tal verbinden die Hochgebirgsstauseen Wasserfallboden und Mooserboden alpine Landschaft mit einer großen technischen Anlage. Die Staumauern und Zufahrten liegen weit oberhalb des Dorfes, gehören aber ebenso zur Ortswahrnehmung wie die Berge. Am Kirchbichl wiederum ist die Siedlungsgeschichte sichtbar: Dort stehen ältere Höfe und die Pfarrkirche, während touristische Betriebe und neuere Wohnbereiche den Talboden prägen. Kaprun ist daher nicht nur ein Ferienort, sondern auch ein weit ausgedehntes Gebirgstal mit Energieinfrastruktur.
Quellen: Kaprun – Wikipedia, feste Artikelversion · Sigmund-Thun-Klamm
Tourismus und Wasserkraft als Arbeitsfelder
2024 zählte Statistik Austria in Kaprun 467 Arbeitsstätten mit 2.826 Beschäftigten in Arbeitsstätten. 82 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse lagen im tertiären Sektor; der Auspendleranteil unter den aktiv Erwerbstätigen am Wohnort betrug 43,6 Prozent. Der hohe Dienstleistungsanteil passt zum sichtbaren Angebot aus Bergbahnen, Beherbergung und Gastronomie. Hinzu kommt die Wasserkraft: Die Hochgebirgsstauseen sammeln Schmelz- und Gebirgswasser, das in den Kraftwerken zur Stromerzeugung genutzt wird. Daneben ist die Energieinfrastruktur eine ortstypische Tätigkeit: Betrieb und Instandhaltung der Stauseen und Kraftwerke benötigen technische Arbeit. Die Beschäftigtenzahl erfasst Arbeitsverhältnisse am Arbeitsort; der Pendleranteil beschreibt dagegen Erwerbstätige mit Wohnsitz in Kaprun.
Quellen: Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse · Stauseen Mooserboden
Vom Bergbauerndorf zum Kraftwerks- und Ferienort
Kaprun wurde 931 unter dem Namen Chataprunnin urkundlich erwähnt. Lange blieb es ein Bergbauerndorf; im 12. Jahrhundert entstand die Burg Kaprun, die nach ihrer Zerstörung im Bauernaufstand von 1526 wiederaufgebaut wurde. Der Bau des Kraftwerks veränderte den Ort im 20. Jahrhundert grundlegend. Er begann während der NS-Herrschaft unter Zwangsarbeit, darunter jüdische Gefangene in einem Lager in Kaprun. Nach dem Krieg wurde die Fertigstellung 1955 als Symbol des Wiederaufbaus gedeutet. Der Ausbau der Seilbahn auf das Kitzsteinhorn ab den 1960er-Jahren setzte zusätzlich den Tourismus als dauerhaft sichtbare Kraft in Szene. Heute erzählt das Kaprun Museum beide Entwicklungen anhand der Ortsgeschichte und des Kraftwerksbaus.
Quellen: Kaprun – Wikipedia, feste Artikelversion · Stauseen Mooserboden
Schlucht, Museum und Erinnerungsorte
Die Sigmund-Thun-Klamm ist ein unmittelbar erfahrbarer Naturraum: Die Kapruner Ache hat sich in den Fels eingeschnitten, und befestigte Stege führen entlang der Schlucht. Informationstafeln erklären auch die frühere Holztrift, bei der Baumstämme aus dem Tal über das Wasser abtransportiert wurden. Das Kaprun Museum im historischen Steinerbauernhaus widmet sich Siedlungsgeschichte, Tourismus und Kraftwerksbau. Auch die Gedenkstätte zur Brandkatastrophe vom 11. November 2000 gehört zum Besuchsangebot. Bei dem Unglück in der Gletscherbahn Kaprun 2 starben 155 Menschen; die Gedenkstätte erinnert an die Opfer. In Kaprun stehen Naturerlebnis, technische Entwicklung und Erinnerung deshalb in direkter Nachbarschaft.
Quellen: Sigmund-Thun-Klamm · Kaprun – Wikipedia, feste Artikelversion · Museum & Kultur in Kaprun
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 14.10.2026
