TAUFKIRCHEN AN DER TRATTNACH KENNENLERNEN
Taufkirchen an der Trattnach: Pfarrgeschichte und gelebter Alltag
Taufkirchen an der Trattnach ist eine Marktgemeinde, deren Pfarrgeschichte bis ins frühe Mittelalter zurückreicht und deren Ortsteile sich über ein Hügelland verteilen. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.950 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 24,61 Quadratkilometer. Zwischen Hauptort, Hehenberg und den weiteren Ortschaften liegen Landwirtschaft, kleine Betriebe und Einrichtungen für den Alltag.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Regionskarte und Ortsplan
37 Ortschaften im Trattnachtal
Die Gemeinde gliedert sich in 37 Ortschaften und sechs Katastralgemeinden. Das ergibt ein vielteiliges Siedlungsgebiet: Der Hauptort ist von kleineren Ortschaften und Einzelhöfen umgeben, während Felder, Wiesen und Waldstücke die Hänge und Rücken des Hausruckviertler Hügellands prägen. Die Trattnach durchzieht das Gebiet und gibt ihm seinen Namen. Für die Orientierung sind zwei Verkehrswege wichtig: Die B 137 und die Passauer Bahn queren die Gemeinde; die Haltestelle Obertrattnach-Markt Hofkirchen liegt auf Gemeindegebiet. Die kommunale Karte verzeichnet außerdem die Verbindungen der Ortschaften untereinander.
Quellen: Regionskarte und Ortsplan · Taufkirchen an der Trattnach – Wikipedia, feste Artikelversion
Landhandel, Tischlerei und Arbeitsplätze
2024 zählte Statistik Austria in Taufkirchen 182 Arbeitsstätten mit 740 Beschäftigten in Arbeitsstätten; 50,0 Prozent dieser Beschäftigten entfielen auf den sekundären Sektor. Zugleich pendelten 81,2 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Örtliche Arbeit zeigt sich in unterschiedlichen Tätigkeiten: Der Auer Landesproduktenhandel in Hehenberg verbindet Agrarhandel mit Transporten und dem Verkauf von Bau- und Brennstoffen. Die Möbeltischlerei Hinke in Obertrattnach betreibt neben der Werkstatt ein Küchenstudio. Damit treffen Dienstleistungen für Landwirtschaft und Bau auf handwerkliche Holzverarbeitung und Beratung; die Statistik beschreibt daneben eine ausgeprägte regionale Pendlerverflechtung.
Quellen: Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse · Betriebe
Betreuung, Schule und gemeinschaftliche Räume
Für Familien betreibt die Gemeinde in Taufkirchen 72 eine Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtung mit vier Kindergartengruppen und einer Krabbelstubengruppe. Die Krabbelstube entstand gemeinsam mit Neumarkt im Hausruckkreis; ein Garten, zwei Bewegungsräume und ein angrenzender Wald gehören zum beschriebenen Umfeld. Die Volksschule in Taufkirchen 44 wird als ganztägige Schule in getrennter Abfolge geführt: Auf den Unterricht am Vormittag kann eine freiwillige Nachmittagsbetreuung folgen. Auch die Schulküche ist örtlich organisiert und trägt seit 2015 die Auszeichnung „Gesunde Küche“ des Landes Oberösterreich. Der Kultursaal im Gemeindezentrum ergänzt diese Einrichtungen als gemeinschaftlich nutzbarer Ort. Die Gemeinde stellt ihn für Konzerte, Vereinsfeste, Vorträge und private Feiern bereit; Saal und Foyer umfassen zusammen 400 Quadratmeter.
Quellen: Kindergarten & Krabbelstube · Volksschule Taufkirchen · Kultursaal
Eine Pfarrgeschichte über Gemeindegrenzen hinweg
Die Pfarrchronik erzählt Taufkirchens Geschichte nicht nur als Geschichte eines einzelnen Ortskerns. Sie hält fest, dass die Kirche wahrscheinlich als Taufkirche für Kinder aus einem größeren Gebiet diente. Eine Urkunde von 785 nennt eine Schenkung des Priesters Snelrich in „dratihaha“, das die Chronik mit der Trattnach verbindet. Im Mittelalter gehörten auch die heutigen Orte Kallham, Pötting, Neumarkt und Wendling zum Pfarrsprengel. Während der Reformationszeit wurde die Pfarre protestantisch; an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert kehrte sie zum katholischen Bekenntnis zurück. Der damalige Pfarrer verlegte den Pfarrsitz zeitweilig nach Kallham. Später lösten sich Kallham sowie Neumarkt, Pötting und Wendling endgültig aus dem Pfarrverband.
Quellen: Pfarre Taufkirchen
Kirchenbau und Wege durch die Hügellandschaft
Die Pfarrkirche zum heiligen Martin bewahrt gotische Spuren im Netzrippengewölbe der Sakristei und in den Spitzbögen des Läuthauses. Das Hauptschiff dürfte zwischen 1670 und 1680 seine heutige Gestalt; die barocke Kanzel trägt die Signatur des Bildhauers Bartholomäus Segn und die Jahreszahl 1688. 1725 kam die Sebastianikapelle hinzu. In Hehenberg steht eine Filialkirche aus dem 14. Jahrhundert mit spätgotischem Gewölbe und Spitzbogenfenstern. Die Lourdeskapelle in Aich wurde 1886 und 1887 errichtet. Wer die Umgebung zu Fuß erkunden möchte, kann dem seit 2010 bestehenden Panorama-Rundwanderweg folgen: Die längere Runde misst etwa zwölf Kilometer und führt unter anderem über den Eichberg und Hehenberg; eine zweite Variante ist rund 4,5 Kilometer lang. Beide beginnen beim Gemeindezentrum. Für die Kirche nennt die Pfarre regelmäßige Gottesdienstzeiten, darunter die Sonntagsmesse um 9.45 Uhr.
Quellen: Pfarre Taufkirchen · Panorama-Rundwanderweg
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Taufkirchen an der Trattnach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Pfarre Taufkirchen
- Panorama-Rundwanderweg
- Regionskarte und Ortsplan
- Betriebe
- Betriebsbaugebiete
- Kindergarten & Krabbelstube
- Volksschule Taufkirchen
- Kultursaal
Stand der Angaben: 10.10.2026
