EGGENDORF KENNENLERNEN
Eggendorf: zwischen Kanal und Fischa
In Eggendorf kreuzen sich zwei sehr unterschiedliche Landschaftslinien: Der Wiener Neustädter Kanal zieht von Süden nach Norden, während die Warme Fischa die südöstliche Gemeindegrenze markiert. Die Gemeinde im Bezirk Wiener Neustadt umfasst 20,59 Quadratkilometer und zählt 5.110 Einwohnerinnen und Einwohner (1. Jänner 2026).
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Eggendorf (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Obereggendorf, Untereggendorf und Maria Theresia
Die beiden Katastralgemeinden Obereggendorf und Untereggendorf bilden den Kern der kommunalen Gliederung. Zur Gemeinde gehört außerdem die Siedlung Maria Theresia, die räumlich abgesetzt an Felixdorf und Theresienfeld anschließt. Das Gebiet liegt im nördlichen Steinfeld; mehr als die Hälfte der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, rund 15 Prozent sind Wald. Der Wiener Neustädter Kanal ist dabei mehr als eine Grenze auf der Karte: Entlang seines Ufers verläuft ein Abschnitt des EuroVelo 9. Der westliche Rand umfasst auch das Tritolwerk, einen ABC- und Katastrophenhilfeübungsplatz des Bundesheeres zwischen Kanal und Theresienfeld. Die Landschaft wechselt damit zwischen Feldflur, Wasserweg und militärischem Übungsbetrieb.
Quellen: Eggendorf (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Von der Mühle zur Fabrikgemeinde
Eggendorfs Industriegeschichte ging aus vorhandenen Mühlen hervor. In Obereggendorf entstand 1650 aus einer Mahlmühle eine Papierfabrik, die später dem Salzer-Konzern zugeordnet war. In Untereggendorf wurde eine Mühle zunächst zur Feigenkaffee-Fabrik und ab 1838 zur Baumwollspinnerei. Der Betrieb wurde im 19. Jahrhundert von Seutter & Co. übernommen und prägte Arbeit und Siedlungsentwicklung über Generationen. Zur Fabrik gehörten Wohn- und Ausbildungseinrichtungen; 1892 wurde ein Bahnanschluss an der Pottendorfer Linie vereinbart. Die Spinnerei wurde 2003 geschlossen und ihr Areal bis 2009 geräumt. Heute befindet sich dort das 2013 eröffnete Gemeindezentrum. Der Wandel zeigt, wie eine industrielle Ortsmitte nach dem Ende des Großbetriebs eine neue kommunale Funktion erhalten hat.
Quellen: Eggendorf (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Arbeitsstätten und Pendlerbeziehungen
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasst 258 Arbeitsstätten in Eggendorf: 80,6 Prozent davon im tertiären, 14,0 Prozent im sekundären und 5,4 Prozent im primären Sektor. In diesen Arbeitsstätten wurden 793 Beschäftigungsverhältnisse gezählt; 69,5 Prozent entfielen auf Dienstleistungen, 28,2 Prozent auf Produktion. 89,2 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Eggendorf pendelten aus. Das kommunale Branchenverzeichnis führt 56 Einträge. Es nennt eine Bäckerei und einen Supermarkt an der Hauptstraße sowie einen Betonwarenbetrieb in der Kleeblattgasse. Das verbindet alltägliche Versorgung mit örtlicher Erzeugung; zugleich zeigt der hohe Auspendleranteil, dass viele Einwohner außerhalb der Gemeinde arbeiten.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung, Gemeindeergebnisse 2024 · Aktuelle Gemeindeseiten zu Wirtschaft und Ort
Kirche, Kanal und Wege
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Untereggendorf ist ein Bezugspunkt des älteren Orts. Nach einem Brand 1605 wurde sie 1608 wieder aufgebaut. Für Wege in die Region sind die Pottendorfer Linie im Südosten sowie die Straßen B17 und B60 wichtig; sie verbinden Eggendorf mit Wiener Neustadt und dem Wiener Raum. Entlang des Wiener Neustädter Kanals führt der EuroVelo 9 als Radverbindung durch die Gemeinde. So liegen Bahn, Straßen und Radroute in verschiedenen Teilen des weitläufigen Gemeindegebiets.
Quellen: Eggendorf (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
