KAUTZEN KENNENLERNEN
Am Rand des Waldviertels
Kautzen liegt im nördlichen Waldviertel nahe der tschechischen Grenze. Von den tieferen Feldern steigt das Gemeindegebiet bis zum Hohen Stein auf 666 Meter; Wälder und landwirtschaftliche Flächen wechseln einander ab. Die Marktgemeinde im Bezirk Waidhofen an der Thaya hat 1.081 Einwohner (1. Jänner 2026) und 35,41 Quadratkilometer Fläche.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Kautzen – Wikipedia, feste Artikelversion · Tourismus – Marktgemeinde Kautzen
Hügel, Wälder und verstreute Orte
Neun Ortschaften und zehn Katastralgemeinden bilden die Marktgemeinde. Neben Kautzen gehören Engelbrechts, Großtaxen, Kleingerharts, Kleintaxen, Pleßberg, Reinberg-Dobersberg, Tiefenbach und Triglas dazu. Die landwirtschaftlichen Flächen nehmen mehr als die Hälfte des Gebiets ein, rund ein Drittel ist bewaldet. Von Kleintaxen führt eine Straße an der Wüstung Košťálkov vorbei ins tschechische Staré Město pod Landštejnem. Die B 30 erschließt Kautzen in Ost-West-Richtung. Wanderwege nutzen Wälder und Höhenzüge rund um die Siedlungen; von Aussichtspunkten reichen Blicke ins benachbarte Tschechien und ins Thayatal. Für Rundgänge stehen damit sowohl Waldpfade als auch wenig befahrene Nebenstraßen zur Verfügung.
Quellen: Kautzen – Wikipedia, feste Artikelversion · Wandern in Kautzen
Landwirtschaft und Betriebe im Gemeindegebiet
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Kautzen 294 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. Davon entfielen 43,5 Prozent auf den produzierenden Bereich einschließlich Bau; 77,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Kautzen pendelten aus. Ein konkreter Produktionsstandort ist die Frottierweberei HERKA am Herkaweg. Sie fertigt unter anderem Handtücher und Bademäntel. Die Schlingen des Frottiergewebes entstehen beim Weben auf dafür eingerichteten Maschinen. Der Fabriksverkauf liegt separat an der Bachzeile; Betriebsführungen sind nach Anmeldung möglich. Daneben führt das Gemeindeverzeichnis etwa einen Fischhof in Pleßberg als Direktvermarkter. Der Handel im Hauptort umfasst unter anderem das ADEG-Kaufhaus an der Heidenreichsteinerstraße.
Quellen: Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse · Betriebe – Marktgemeinde Kautzen · HERKA – Kontakt und Führungen · HERKA – Frottierwaren · HERKA – Produktionsbeschreibung
Herrschaft und frühe Gewerbe
Das mittelalterliche Kautzen war Hauptort der Herrschaft Illmau. Das dortige Schloss geht auf eine mittelalterliche Grenzfeste zurück; der heutige Renaissancebau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Zwischen 1914 und 1917 befand sich darin ein Internierungslager, vor allem für Angehörige von Staaten, mit denen Österreich-Ungarn Krieg führte. Die Gewerbegeschichte reicht über die Landwirtschaft hinaus: Seit dem späten 17. Jahrhundert entstanden Glas- und Papierbetriebe, im 18. Jahrhundert gewann die Textilherstellung an Bedeutung. Eine alte Papiermühle ist erhalten. Auch die Pfarrkirche St. Jakobus verbindet verschiedene Bauzeiten: Ihr gotischer Kern wurde barock überformt und im 19. Jahrhundert stark erweitert.
Quellen: Kautzen – Wikipedia, feste Artikelversion · Geschichte – Marktgemeinde Kautzen
Museen und Wege als Ankerpunkte
Kindergarten, Volksschule und Mittelschule gehören zum örtlichen Bildungsangebot; im Hauptort gibt es auch ärztliche Versorgung und Lebensmittelhandel. Das Heimatmuseum an der Waidhofnerstraße 9 widmet sich Handwerk und Landwirtschaft. Sein „Lebendes Museum“ ergänzt die Sammlung durch die Vermittlung traditioneller Tätigkeiten. Eine andere Form des Ausprobierens bietet das Computermuseum in Reinberg-Dobersberg 29: Besucher dürfen die historischen Heimcomputer und Konsolen selbst bedienen. Die Sammlung beginnt mit Geräten aus dem Jahr 1977 und verfolgt die Entwicklung der frühen Heimcomputer. Sie öffnet ausschließlich nach vorheriger Anmeldung. Das Museum bietet zudem Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten, elektronische Bausätze und die Grundlagen des Programmierens kennenzulernen.
Quellen: Kautzen – Wikipedia, feste Artikelversion · Museen – Marktgemeinde Kautzen · Betriebe – Marktgemeinde Kautzen · Kautzner Computermuseum · Heimatmuseum Kautzen – Lebendes Museum
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Kautzen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Betriebe – Marktgemeinde Kautzen
- Tourismus – Marktgemeinde Kautzen
- Museen – Marktgemeinde Kautzen
- Geschichte – Marktgemeinde Kautzen
- Wandern in Kautzen
- HERKA – Kontakt und Führungen
- HERKA – Frottierwaren
- HERKA – Produktionsbeschreibung
- Kautzner Computermuseum
- Heimatmuseum Kautzen – Lebendes Museum
Stand der Angaben: 09.10.2026
