HIRSCHBACH KENNENLERNEN
Hirschbach: Schlosskapelle, Markt und Musik
Hirschbach liegt im oberen Waldviertel im Bezirk Gmünd. Zum Stichtag 1. Jänner 2026 zählt die Marktgemeinde 581 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 7,90 Quadratkilometer. Burg, Pfarrkirche, Schule und Bahn erzählen von der einstigen Herrschaft und vom eigenständigen Gemeindeleben.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Unsere Geschichte – Marktgemeinde Hirschbach
Vom Herrschaftsort zum Bahnanschluss
Hirschbach wurde 1280 in einer Urkunde erwähnt, die heute im Stift Zwettl verwahrt wird. Zu dieser Zeit stand bereits eine Burg ungefähr am Platz der heutigen Pfarrkirche. Unter den Grafen Herberstein wuchs die Herrschaft; ihre größte Ausdehnung erreichte sie 1590 mit der Ortsobrigkeit über zehn Ortschaften. Kaiser Leopold I. verlieh Hirschbach 1666 das Marktrecht. Als der letzte kinderlose Herberstein starb, ging die Herrschaft 1760 an Kirchberg am Walde. Das Schloss wurde später in Kleinhäuser aufgeteilt. 1859 erreichte die Bevölkerung mit 840 Personen einen Höchststand. Neben der Landwirtschaft bot Hausweberei Erwerb: 1898 gründeten Weber die Genossenschaft der Waldviertler Hausweber mit Sitz in Hirschbach. Im selben Jahr wurde der Ort mit der Eröffnung der Haltestelle an die Franz-Josefs-Bahn angebunden.
Kirche aus einer Schlosskapelle
Die Pfarrkirche ging aus der Kapelle des Renaissanceschlosses hervor. Von dieser Anlage blieb das Presbyterium erhalten. Das Kirchenschiff wurde 1773 errichtet; 1838 ließ Herzog von Blacas es nach eigenen Plänen verlängern und einen Turm anbauen. Nach dem Brand von 1868 erneuerte man das Gewölbe und stockte den Turm auf. Die Pfarre selbst gründete Reichsgraf Franz Siegmund von Herberstein 1741. Im barocken Pfarrhof richtete er zugleich eine Volksschule ein.
Quellen: Kirche & Pfarrhof – Marktgemeinde Hirschbach · Unsere Geschichte – Marktgemeinde Hirschbach
Vereinssaal und Rückkehr zur Eigenständigkeit
Die Gemeindezusammenlegung von 1972 mit Kirchberg am Walde wurde von Hirschbachs Bevölkerung abgelehnt. Eine Bürgerinitiative erreichte, dass Hirschbach ab 1. Jänner 1985 wieder eine selbständige Gemeinde war. Nach dreijähriger Bauzeit wurde 1975 der Vereinssaal eröffnet. 1993 folgte die Eröffnung der Sportanlage, 1998 wurde das Gemeindezentrum mit Bauhof und Feuerwehrhaus fertiggestellt. Der große Saal fasst rund 500 Personen an Tischen oder bis zu 700 bei Reihenbestuhlung; ein kleiner Saal bietet weitere 80 bis 100 Plätze. 2007 kamen Kleinkunstbühne und Musikheim hinzu; zugleich wurde der Eingangsbereich neu gestaltet. Der Vereinssaal liegt heute an der Saalstraße und dient für Konzerte, Theater, Bälle und Ausstellungen. Zur Ausstattung gehören auch eine Kegelbahn und ein Proberaum für den Männerchor.
Quellen: Unsere Geschichte – Marktgemeinde Hirschbach · Vereinssaalbetriebsgesellschaft Hirschbach · Chronik der Blasmusik – Marktgemeinde Hirschbach
Spuren des Schlosses im Schlosshof
Die Volksschule steht auf dem Gelände des früheren Schlosses. Am Torbogen ist ein Stein aus der Schlossanlage erhalten; die Löcher für die Bedienung der ehemaligen Zugbrücke sind noch sichtbar. In der Eingangshalle zeigt ein Wandbild, wie die Wehranlage um 1672 ausgesehen haben könnte. Als Vorlage diente ein Kupferstich von Matthaeus Vischer. Bereits 1811 hatte man anstelle des Gemeindekotters eine Schule mit Lehrerwohnung errichtet. 1845 erhielt die Schule die Bezeichnung „Musterschule“; 1877/78 entstand im Schlosshof ein dreiklassiges Schulhaus.
Quellen: Über unsere schöne Volksschule – Gemeinde Hirschbach · Unsere Geschichte – Marktgemeinde Hirschbach · Vereinssaalbetriebsgesellschaft Hirschbach
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hirschbach (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Unsere Geschichte – Marktgemeinde Hirschbach
- Kirche & Pfarrhof – Marktgemeinde Hirschbach
- Chronik der Blasmusik – Marktgemeinde Hirschbach
- Marterl und Kapellen – Marktgemeinde Hirschbach
- Vereinssaalbetriebsgesellschaft Hirschbach
- Über unsere schöne Volksschule – Gemeinde Hirschbach
Stand der Angaben: 08.10.2026
