MARIA SAAL KENNENLERNEN
Maria Saal: Domhügel, Herzogstuhl und Virunum
Maria Saal liegt auf einer Anhöhe am östlichen Rand des Zollfelds, nördlich von Klagenfurt. Die Marktgemeinde im Bezirk Klagenfurt-Land zählt am 1. Jänner 2026 4.040 Einwohner und umfasst 34,82 Quadratkilometer. Dom, Herzogstuhl und die Fundstätten des römischen Virunum machen den Ort zu einem dicht geschichteten Kulturraum.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Maria Saal – auf historischem Boden
Zollfeld und römisches Virunum
Das Zollfeld ist eine langgestreckte Ebene entlang der Glan, zwischen Magdalensberg und Ulrichsberg. Maria Saal liegt auf einer Anhöhe östlich davon; das Gemeindegebiet reicht beidseits des Feldes und wird von Glan und Raba durchflossen. Fünf Katastralgemeinden und 37 Ortschaften prägen die kommunale Struktur. In römischer Zeit entstand hier Virunum als Hauptstadt der Provinz Noricum. Das Theater und Amphitheater zeugen von der Bedeutung des antiken Zentrums. Das Freilichtmuseum Maria Saal zeigt bäuerliche Haus- und Hofformen; der Tonhof ist ein weiterer Kulturort der Gemeinde.
Quellen: Maria Saal – Wikipedia, feste Artikelversion · Maria Saal – auf historischem Boden
Der Dom als Wallfahrtskirche
Die Propstei- und Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt steht auf dem Kirchhügel. Der heutige gotische Bau entstand in mehreren Phasen: Chor und Querschiff wurden 1430 begonnen, das Langhaus folgte zwischen 1450 und 1459. Nach einem schweren Brand von 1669 erhielt die Anlage von 1670 bis 1674 ein neues Dach und die Türme ihre Zwiebelhelme. Romanische und gotische Bauten prägen auch die umgebende Anlage: Das Oktogon war zunächst eine Taufkapelle des 13. Jahrhunderts, wurde später als Karner genutzt und um 1500 mit gotischen Arkaden versehen. Der Wehrgraben erinnert an spätmittelalterliche Schutzanlagen gegen Türkeneinfälle. An der südlichen Domwand sind römische Reliefs wie „Achill schleift Hektor“ und „Romulus und Remus“ in einem Lapidarium vereint.
Quellen: Maria Saaler Domkirche – Rundgang außen · Maria Saal – auf historischem Boden
Kunstwerke im Kircheninneren
Im Mittelschiff wurde 1927/28 ein Freskenzyklus von 1490 freigelegt. Er zeigt den Stammbaum Christi und das Jüngste Gericht. In der Sachsenkapelle ruhen Reliquien des heiligen Modestus in einem römischen Kindersarg unter einem romanischen Tischaltar. Der barocke Hochaltar stammt von 1714; sein Zentrum bildet eine Madonnenplastik von etwa 1425. Ein spätgotischer Flügelaltar aus der Villacher Werkstatt kam 1884 aus Arndorf in den Dom. Die Barockorgel schuf Martin Jäger 1735; ihr Spieltisch ist vom Orgelgehäuse getrennt. Die große Glocke „Maria Saalerin“ wurde 1687 gegossen und wiegt 6.600 Kilogramm.
Herzogstuhl und sakrale Nachbarn
Der steinerne Herzogstuhl erinnert an die Kärntner Inthronisierung: Nach ihrer Einsetzung nahmen die Herzöge dort Platz und leisteten einen Eid. In Karnburg befand sich der frühmittelalterliche Regierungssitz der Karantanen; das Dorf gehört heute zur Gemeinde. Maria Saal war von hier aus ein Zentrum der Christianisierung. Der Herzogstuhl besteht aus zwei Sitzen mit gemeinsamer Rückenlehne: Der östliche Herzogssitz ist aus römischen Marmorspolien gefügt, der ältere westliche Pfalzgrafensitz aus Konglomeratgestein. Weitere Kirchen stehen in St. Michael am Zollfeld, Karnburg, Arndorf, Lind und Pörtschach am Berg. Die Pfalzkirche in Karnburg wird von einer Annakapelle ergänzt. Der Tonhof, ein ehemaliges Gerichtsgebäude, ist mit dem Botaniker Friedrich Welwitsch und dem Künstlerkreis um Gerhard Lampersberg verbunden.
Quellen: Maria Saal – auf historischem Boden · Maria Saal – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Maria Saal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Maria Saaler Domkirche – Rundgang außen
- Maria Saaler Domkirche – Rundgang innen
- Maria Saal – auf historischem Boden
- Kulturführer Maria Saal 2023 – Marktgemeinde Maria Saal
Stand der Angaben: 08.10.2026
