MOSCHENDORF KENNENLERNEN
Moschendorf: Dorfanger, Weinkeller und Wege nach Amerika
Moschendorf liegt im unteren Pinkatal an der Grenze zu Ungarn. Das Gemeindegebiet reicht über 13,18 Quadratkilometer; am 1. Jänner 2026 lebten hier 357 Menschen. Ungarisches Staatsgebiet schließt im Norden, Osten und Süden an, während die Verbindung zu den österreichischen Nachbargemeinden im Westen liegt. Diese besondere Lage gehört ebenso zum Ortsbild wie der Dorfanger mit seiner Kirche. Westlich des Dorfes bewahrt das Weinmuseum Gebäude und Arbeitsgeräte aus der Region und macht ländliche Geschichte im Maßstab ganzer Häuser anschaulich.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Moschendorf (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Kulturverein Moschendorf – Freilichtmuseum
Familiengeschichte auf zwei Kontinenten
Um 1900 suchten viele Moschendorfer ihren Verdienst in den Vereinigten Staaten. Unter ihnen waren Menschen ohne eigenen Grundbesitz, die zuvor als Tagelöhner gearbeitet hatten. Geld aus Amerika floss zurück in Häuser, Wirtschaftsgebäude oder zusätzliche Grundstücke. Manchmal wuchsen Kinder bei den Großeltern auf, während ihre Eltern im Ausland arbeiteten. Nicht jede Abreise war als endgültiger Abschied gedacht. Die Burgenländische Gemeinschaft dokumentierte etwa die Verbindung von Moschendorf zu den Zementwerken Pennsylvanias und zu den Orten Nazareth und Northampton. Die Auswanderung erklärt damit auch Veränderungen im Heimatdorf: Familienbeziehungen und Einkommen reichten weit über die nahe Staatsgrenze hinaus.
Quellen: Moschendorf (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Burgenländische Gemeinschaft – Auswandererschicksal Moschendorf, Juli/August 1995, S. 11
Eine spätbarocke Kirche am Anger
Die Pfarrkirche zur heiligen Rosalia steht am Dorfanger und wurde 1773 errichtet. Die selbständige Pfarre folgte 1788. Der spätbarocke Bau trägt einen vor die Südseite gesetzten Turm mit Knickhelm; auch Teile der Innenausstattung stammen aus der Barockzeit. Renovierungen 1947 sowie 1967 und 1968 zeigen die fortgesetzte Pflege des Gebäudes. Seine offene Lage im Dorf macht es zu einem Bezugspunkt zwischen den Häusern. Zur Sakrallandschaft Moschendorfs gehört außerdem die Hubertuskapelle beim Weinmuseum. Sie entstand 1983 und 1984 und steht auf der bewaldeten Anhöhe des Museumsgeländes.
Quellen: Moschendorf (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Diözese Eisenstadt – Pfarre Moschendorf · Kulturverein Moschendorf – Stationen des Freilichtmuseums
Versetzte Häuser erzählen vom Arbeiten
Das Weinmuseum entstand 1981 auf Initiative von Stefan Behm. Historische Gebäude aus der Umgebung wurden hier abgetragenen Vorbildern entsprechend wieder aufgebaut und mit Möbeln sowie Geräten eingerichtet. So lässt sich bäuerlicher Alltag über Räume und Arbeitsabläufe erschließen. Ein Kreuzstadel von 1663, ursprünglich aus Gaas, beherbergt unter anderem Zeugnisse der Milch- und Landwirtschaft. Schmiede, Fassbinderwerkstatt und eine eingerichtete Schusterwerkstatt erweitern den Blick auf die Handwerksberufe. Ein anderer Stadel kam aus Urbersdorf und dient Veranstaltungen. Die Herkunft bleibt damit sichtbar: In Moschendorf versammelt sich Baukultur mehrerer südburgenländischer Orte.
Quellen: Kulturverein Moschendorf – Freilichtmuseum · Kulturverein Moschendorf – Geschichte des Weinmuseums · Kulturverein Moschendorf – Stationen des Freilichtmuseums
Keller, die über der Erde stehen
Eine Besonderheit der Sammlung sind die oberirdischen Weinkeller. Obwohl sie „Keller“ heißen, wurden sie nicht in den Boden gegraben. Massive Holzwände mit Außenputz halfen, die für die Lagerung gewünschte Temperatur zu halten. Zum Ensemble gehört ein Presshaus von 1834 mit einer deutlich älteren Hengstpresse aus dem Jahr 1745. Die Geräte machen verständlich, wie viele Arbeitsschritte zwischen Traube und gefülltem Fass lagen. Stroh auf den Dächern verlangt zudem regelmäßig erneuertes handwerkliches Können. Vinotheken im Museum schlagen den Bogen zur heutigen Weinkultur; eine davon widmet sich dem südburgenländischen Uhudler.
Quellen: Kulturverein Moschendorf – Stationen des Freilichtmuseums · Kulturverein Moschendorf – Freilichtmuseum · Kulturverein Moschendorf – Uhudler-Vinothek
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Moschendorf (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Diözese Eisenstadt – Pfarre Moschendorf
- Kulturverein Moschendorf – Freilichtmuseum
- Kulturverein Moschendorf – Geschichte des Weinmuseums
- Kulturverein Moschendorf – Stationen des Freilichtmuseums
- Kulturverein Moschendorf – Uhudler-Vinothek
- Burgenländische Gemeinschaft – Auswandererschicksal Moschendorf, Juli/August 1995, S. 11
Stand der Angaben: 08.10.2026
