GEMEINDE · BURGENLAND

Großmürbisch

Am Reinersdorfer Bach liegen dörfliche Siedlungen und das kleine Naturschutzgebiet Luka.

GEMEINDEKENNZIFFER10420
Pfarrkirche in Großmürbisch
Pfarrkirche in Großmürbisch · Foto: Ueb-at · „Pfarrkirche grossmuerbisch“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
224
01.01.2026
Fläche
7,92 km²
Bevölkerungsdichte
28,3
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7540
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GROSSMÜRBISCH KENNENLERNEN

Großmürbisch: Feuchtwiesen, Taglilien und eine Kirche von 1900

Großmürbisch liegt südlich von Güssing am Reinersdorfer Bach. Zur Gemeinde gehören neben dem gleichnamigen Dorf auch die verstreut liegenden Siedlungsbereiche Bergen und Hütterische Häuser. Mit 224 Einwohnerinnen und Einwohnern am 1. Jänner 2026 und rund 7,92 Quadratkilometern Fläche ist der Ort klein, besitzt aber einen bemerkenswerten botanischen Schwerpunkt: Im Naturschutzgebiet Luka haben sich Reste der früher ausgedehnten Feuchtwiesen erhalten. Die Pfarrkirche und zwei kleinere Kapellen setzen andere, vom religiösen Leben geprägte Bezugspunkte.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Großmürbisch – Wikipedia, feste Artikelversion · Naturschutzbund Burgenland – Naturschutzgebiet Luka Großmürbisch

Wald und Wiesen am Reinersdorfer Bach

Mehr als die Hälfte des Gemeindegebietes ist bewaldet; landwirtschaftliche Flächen nehmen annähernd vier Zehntel ein. Zwischen Wald, bewirtschafteten Flächen und den verstreuten Häusern verläuft der Reinersdorfer Bach. Gerade seine Niederung hat sich stark verändert: Viele frühere Feuchtwiesen wurden aufgeforstet, in Äcker umgewandelt oder nach dem Ende der Nutzung sich selbst überlassen. Das erklärt, weshalb ein kleines erhaltenes Wiesengebiet hier eine besondere Rolle spielt. Großmürbisch lässt sich deshalb auch als Landschaft lesen, in der frühere Landwirtschaft, heutige Bewirtschaftung und Naturschutz unmittelbar nebeneinanderliegen.

Quellen: Großmürbisch – Wikipedia, feste Artikelversion · Naturschutzbund Burgenland – Naturschutzgebiet Luka Großmürbisch

Eine Wiese braucht Pflege

Luka liegt nordwestlich des Dorfes und umfasst ungefähr zwei Hektar. Bekannt ist das Schutzgebiet für die Gelbe Taglilie, botanisch Hemerocallis lilioasphodelus. Zu seinen Lebensräumen gehören Pfeifengraswiesen. Bleibt die Mahd lange aus, können Gehölze die charakteristischen Wiesenpflanzen zurückdrängen. Im Winter 2009/10 begann deshalb eine größere Entbuschung; im folgenden Sommer wurde wieder gemäht. Zu den Zielen gehören die Erhaltung des Taglilienbestandes und die Wiederherstellung einer artenreichen Wiese. Die offene Landschaft ist hier somit auch das Ergebnis gezielter Pflege und einer fortgesetzten Nutzung.

Quellen: Naturschutzbund Burgenland – Naturschutzgebiet Luka Großmürbisch

Die Kirche des heiligen Stephan und ihre Orgel

Die katholische Kirche wurde 1900 errichtet und ist Stephan, dem ungarischen König, geweiht. Zur Pfarrkirche wurde sie 1966. Auf ihrer Musikempore steht ein Instrument aus der Werkstatt von Peppert Sandor, das auf 1899 datiert wird. Es besitzt sieben Register und ein Manual; die mechanische Bauweise gehört zur überlieferten Ausstattung des Gotteshauses. Neben der Kirche gehören die Marienkapelle im unteren Ort und die 1913 errichtete Dreifaltigkeitskapelle beim Haus Nummer 1 zur örtlichen Sakrallandschaft. Diese kleinen Bauten verteilen religiöse Erinnerungsorte auch außerhalb der Pfarrkirche. Zur Pfarre gehören außerdem die Filialkirchen in den eigenständigen Nachbargemeinden Inzenhof und Kleinmürbisch. Das Gotteshaus in Großmürbisch steht damit in einem kirchlichen Zusammenhang, der über die politische Gemeindegrenze hinausreicht.

Quellen: Diözese Eisenstadt – Pfarre Großmürbisch · Diözese Eisenstadt – Orgel der Pfarrkirche Großmürbisch · Großmürbisch – Wikipedia, feste Artikelversion

Kroatische Besiedlung und ungarische Vergangenheit

Im 16. Jahrhundert ließen sich in Großmürbisch zahlreiche kroatische Familien nieder. Diese Besiedlung gehört zur Geschichte des südlichen Burgenlands und prägte auch den Ort am Reinersdorfer Bach. Später ging der Anteil der kroatischsprachigen Bevölkerung stark zurück. In der Zeit der ungarischen Verwaltung wurde seit 1898 der Name Alsómedves vorgeschrieben. Erst 1921 kam Großmürbisch zum neu entstandenen österreichischen Bundesland Burgenland. Das Patrozinium der Kirche und der überlieferte ungarische Ortsname erinnern auf unterschiedliche Weise an die lange Verbindung mit dem Königreich Ungarn.

Quellen: Großmürbisch – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Großmürbisch – Unser Ort · Diözese Eisenstadt – Pfarre Großmürbisch

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Großmürbisch auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung259
31.10.2021 · Registerzählung236
01.01.2026 · Bevölkerungsstand224

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
144
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Großmürbisch

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.